Theater an der Ursulinenschule: Kurs Darstellendes Spiel feiert heute Premiere

Von der Welle mitgerissen

Die Welle: Der Kurs Darstellendes Spiel der Ursulinenschule wird das Stück „Die Welle“ aufführen. Leiter des Kurses ist Lehrer Martin Baumann. Foto: Eberlein

Fritzlar. Das neue Theaterstück der Ursulinenschule beginnt da, wo sich die Schüler gut auskennen: in der Schule. Denn der Kurs Q1, Darstellendes Spiel, von Lehrer Martin Baumann hat das Buch von Morton Rhue und die Verfilmung mit Jürgen Vogel zur Vorlage genommen, um ein Theaterstück zu entwickeln. 22 Schüler der 12. Klasse an der Ursulinenschule werden am Dienstag und Mittwoch auf der Bühne stehen und das Ergebnis ihrer Arbeit vor Publikum aufführen.

In dem Stück wird im Geschichtsunterricht das Thema Nationalsozialismus durchgenommen. Die Kommentare der Schüler reichen von: „Was geht mich das heute noch an?“ über: „Das interessiert mich überhaupt nicht“ bis hin zu der Frage: „Wie konnten die Deutschen da mitmachen und so etwas wie den Holocaust zulassen?“

Die meisten der Schüler sind der Meinung, dass das heute nicht mehr passieren könne, und schon befindet sich die ganze Klasse in einem von Lehrer Mr. Ross konzipierten Sozialexperiment, das zeigt, wie einfach es eben doch gelingt, dass alle mitmachen. Disziplin, Ordnung und Gehorsam sind auf einmal Dinge, die schneller als erwartet erlernt und befolgt werden. Der Geschichtsunterricht wird zu einer Reise in die Vergangenheit, die man noch eben verurteilt hat. Macht durch Gemeinschaft bekommt für die Jugendlichen plötzlich eine ganz andere Bedeutung und wird zu einem Instrument, nach dem die Teilnehmer regelrecht verlangen. Plötzlich sind alle gleich – der Klassen-Looser ebenso wie der Liebling – alle tragen die selbe Kleidung, verfolgen die selben Ziele. Und die Welle setzt sich fort, beschränkt sich nicht nur mehr auf den Unterricht, sondern beeinflusst das Leben der Schüler. Alle sind begeistert dabei, bis das Ganze schließlich aus dem Ruder gerät und Einzelne aussteigen. Doch wer nicht mitmacht, ist gegen die Gemeinschaft und wird zum Gegner, ja zum Feind. Was als Spiel und Experiment begonnen hat, wird zur Gefahr.

„Wir als Klasse sind eine Gruppe, da spielt man das Gruppengefühl nicht nur, sondern spürt es selbst“, sagt Tamara Neuhaus. Sie spielt eine Schülerin, die von der Welle mitgerissen wird. „Man fühlt sich wirklich so, als hätte man Macht“, beschreibt Jago Pinto seine Rolle als Lehrer Mr. Ross. Sehr engagiert und motiviert sei die Klasse, lobt Kursleiter Martin Baumann. Gerne wollen die Schüler ihr Stück auch an andere Schulen oder vor Jugendgruppen aufführen und hoffen auf entsprechende Nachfrage nach den beiden Aufführungen.

• Termin: Das Stück ist am Dienstag, 10. und Mittwoch, 11. Dezember, jeweils ab 19.30 Uhr im Treffpunkt der Ursulinenschule zu sehen. Der Eintritt ist frei.

Von Christl Eberlein

Quelle: HNA

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