Friedlich, fast schon familiär campierten die Festivalbesucher in Loshausen

Die Welt vor einem Zelt – Idylle auf Zeit

+
Musik vorm Zelt: World Music Festival Loshausen

Loshausen. Es ist ein bisschen wie ein Dorf im Dorf. Nachbarn leihen sich unkompliziert Brot oder Butter, Leute treffen sich zum Kaffeetrinken und klönen, es gibt Apfelsaft, Bücher, Schmuck und Kleidung zu kaufen. Massageliegen laden zur Entspannung ein. Hunde und Kinder mit Wasserpistolen springen über Schnüre.

So erlebten die Teilnehmer des World-Music-Festivals in Loshausen das lange Wochenende. Links und rechts der Straße Richtung Zella mischten sich Zelte, Wohnwagen und Wohnmobile in allen Größen und Farben zu einem fröhlichen Bild. Farbige Tücher und Blumentöpfe verschönerten die Vorplätze. Menschen, die sich neulich noch gar nicht kannten, verbrachten mehrere Tage miteinander. Andere begrüßten sich freudig, da sie sich von anderen Festivals oder auch aus dem vergangenen Jahr in Loshausen kennen.

Und einige Zelte hatten fast schon Kultstatus. So saß Aschu (Foto oben) wie jedes Jahr unter seinem mit Sonnenblumen verziertem Vorzelt und freute sich auf viel Musik und noch mehr auf alte und neue Bekannte. „Für Loshausen und das Festival auf Burg Herzberg nehme ich mir immer zwei Wochen Urlaub“, erzählte Aschu, der wie alle für diese Zeit ohne Nachnamen auskommt. Alle duzen sich, Nachnamen sind uninteressant. „Warum sollte ich in die Welt fahren, wenn die Welt zu mir kommt“, so der gelernte Stuckateurmeister.

World Music Festival Loshausen

Ebenfalls Urlaub nahm sich Johannes aus Witzenhausen. Er jedoch hatte seine Arbeitsutensilien mitgebracht und lud die Besucher zu einer Klangreise ganz eigener Art ein. Wer wollte, setzte sich auf den Klangstuhl oder legte sich in die Klangschale, um von Saitenmusik umhüllt zu werden. „Für Loshausen nehme ich mir viel Zeit, um anderen und mir die Freude an meiner Arbeit zu schenken“, sagte Johannes.

Musik und Gemeinschaft: Die große Hippiekommune auf Zeit ließ sich wieder an der Schwalm nieder. Eine Kommune, in der sich jeder mit jedem versteht und jeder sein darf, wie er ist. Die perfekte Idylle.

Von Christiane Decker

Quelle: HNA

Kommentare