1. Weltkrieg: Kriegsminister Adolf Wild von Hohenborn bei Zierenberg begraben

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Idyllische Lage: Das Grab von Adolf Wild von Hohenborn befindet sich in einem kleinen Wäldchen nahe dem Gut Hohenborn. Im Bildhintergrund ist das Wappen der Familie zu sehen. Foto: Thon

Hohenborn. Sein Grab dürfte eines der am schönsten gelegenen im Wolfhager Land sein. Generalleutnant Adolf Wild von Hohenborn ist beerdigt in einem kleinen Wäldchen oberhalb von Gut Hohenborn bei Zierenberg.

Die idyllische Ruhestätte am Fuße mächtiger Buchen teilt er mit seiner Ehefrau und drei seiner vier Kinder. Bekanntheit hatte Adolf Wild von Hohenborn im Ersten Weltkrieg erlangt.

Von Januar 1915 bis Oktober 1916 war er preußischer Kriegsminister. Danach kommandierte der General bis November 1918 das 16. Armeekorps, das bis Kriegsende in den Argonnen (Frankreich) im Einsatz war. Die Gegend war Schauplatz heftiger Kämpfe zwischen Deutschen und Franzosen. Zahlreiche Soldatenfriedhöfe zeugen von den schweren Kämpfen, bei denen tausende Menschen starben.

Nach dem Waffenstillstand führte er seine Truppen in die Heimat zurück. Wild von Hohenborn wurde im Frühjahr 1919 aus dem Dienst verabschiedet und in den Ruhestand versetzt. Das war wenige Monate vor seinem 59. Geburtstag. Wild von Hohenborn soll sehr unter dem Zusammenbruch des Kaiserreiches gelitten haben.

Seine letzten Lebensjahre verbrachte der General der Infanterie dann auf dem Gut nahe Zierenberg, das er bereits im Jahr 1894 dem Fürst zu Hanau abgekauft hatte. Später ging der Besitz an Ernst Enno Russell über, er war der Großonkel von Philipp Victor Russell, der den Hof heute nach modernen Kriterien bewirtschaftet.

Adolf Wild von Hohenborn: Kriegsminister im Ersten Weltkrieg.

Bereits im Jahr 1919 hatte Adolf Wild, der in Kassel aufgewachsen warund dessen Vorfahren aus der Schweiz stammten, das Anwesen zum Verkauf angeboten. Dies hatte Ernst Enno Russell allerdings ausgeschlagen. Er hatte Zweifel gehegt an der Rentabilität. Allerdings gewährte er dem ehemaligen Staatsminister eine Hypothek, um das bislang verpachtete Gut wieder in eigene Verwaltung nehmen zu können.

Wild verband eine enge Freundschaft zu Kaiser Wilhelm II, mit dem er das Gymnasium in Kassel besucht hatte. Über Adolf Wild schreibt der Monarch: „Am meisten verkehrt haben wir, das heißt mein Bruder Heinrich und ich, mit einem Kameraden namens Wild, der weder in dessen noch in meiner Klasse war, es war der spätere Kriegsminister Wild von Hohenborn. Ein netter, frischer Knabe, unschätzbar bei den damals viel geübten Scharadespielen und Theateraufführungen, hat er uns beiden sehr nahe gestanden.“

Von Antje Thon

Quelle: HNA

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