Fritz Mihm starb im Januar 1936

Weltkriegsbilder erinnern an Vater des Malsfelders Karl Mihm

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Eisernes Kreuz und Sprachführer: Karl Mihm mit Erinnerungsstücken an den Einsatz seines Vaters Fritz Mihm im Ersten Weltkrieg. Foto: Féaux de Lacroix

Malsfeld. Karl Mihm kann sich nicht mehr an seinen Vater erinnern. Der heute 80-jährige Malsfelder war erst eineinhalb Jahre alt, als sein Vater Fritz im Januar 1936 starb.

Er erlag den Folgen einer Krankheit, die er sich als Soldat im Ersten Weltkrieg zugezogen hatte.

„Ich habe es immer bedauert, dass ich meinen Vater nicht kennenlernen konnte“, sagt Mihm. Geblieben sind ihm nur Fotos: Einige zeigen Fritz Mihm als Soldaten - im Lazarett, im Schützengraben, vor einem zerstörten Haus.

„Mein Vater war vor dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs im Ersten Garde-Regiment in Potsdam stationiert“, erzählt Karl Mihm. „Gleich zu Beginn des Kriegs wurde er eingezogen.“

Zweimal wurde Fritz Mihm bei den Kämpfen verwundet. Vielleicht hatte er es diesen Verletzungen zu verdanken, dass er den Krieg zunächst überlebte: Nach den Verwundungen wurde er als Sanitäter eingesetzt. Er wurde zum Unteroffizier befördert und erhielt das Eiserne Kreuz 2. Klasse. Auch dieses Kreuz hat sein Sohn Karl bis heute aufbewahrt - zusammen mit einem Französisch-Sprachführer für Soldaten, denn Fritz Mihm war in Frankreich eingesetzt.

Neben diesen wenigen Gegenständen kann Karl Mihm nur noch auf Erzählungen von anderen zurückgreifen, um einen Eindruck von seinem so früh verstorbenen Vater zu bekommen. „Es heißt, dass er ein sehr lustiger, fröhlicher Mann war“, sagt Mihm.

Nach dem Krieg eröffnete Fritz Mihm einen Kolonialwarenhandel - also ein Lädchen für alles - in Malsfeld. Seine Frau führte das Geschäft nach dem Tod ihres Mannes  fort, bis 1971. Dann, so schildert Karl Mihm, erging es dem Geschäft so wie vielen anderen Dorfläden in der Region auch: Es musste zumachen. Dieses Vermächtnis seines Vaters hat die Zeit also nicht überdauert. Die alten Schwarz-Weiß-Fotos aber werden die Erinnerung an Fritz Mihm noch lange wach halten.

• Sie besitzen auch noch Fotos vom Ersten Weltkrieg? Dann melden Sie sich bei der HNA-Redaktion unter melsungen@hna.de. Wir sammeln die alten Bilder und veröffentlichen eine Auswahl in der HNA. 

Von Judith Féaux de Lacroix

Quelle: HNA

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