Nur in Ausnahmefällen wird es angewendet

Bei Stau über Stunden: Wendemanöver für Polizei sehr aufwändig

+
Immer wieder kommt es auf Autobahnen zu Staus: Ein Wenden am Stauende und damit ein Verlassen der Autobahn ist aber nur in Ausnahmefällen möglich.

Kreis Kassel. Kilometer lange Staus nach schweren Unfällen auf den Autobahnen 44 und 7 sorgen immer wieder für Unmut bei Autofahrern in der Region.

Zuletzt gab es beispielsweise Mitte Juni einen 15-Kilometer-Stau auf der A 44 bei Breuna nach einem Unfall. Dabei müssten Autofahrer nicht stundenlang im Stau stehen. Die Polizei kann den Stau von hinten auflösen, allerdings wird das nur in Ausnahmefällen praktiziert.

„Vereinzelt wurde das bereits gemacht“, sagt Matthias Mänz, Sprecher des Polizeipräsidiums Nordhessen. Dauere ein Stau über mehrere Stunden oder gehe gar in den nächsten Tag hinein, können die Verkehrsteilnehmer zum Wenden gebracht und über die nächstgelegene Ausfahrt wieder von der Autobahn geleitet werden. Allerdings sei das „personalaufwändig und umständlich“, sagt er. Das sagt auch Joachim Lüther, Sprecher der Polizeidirektion Göttingen. „Der Personalaufwand ist immens, weil jedes einzelne Fahrzeug eingewiesen werden muss.“

Neben der Autobahnpolizei sei dann auch die Autobahnmeisterei im Einsatz, die entsprechende Schilder anbringe, so Lüther. Man müsse vorher genau abwägen, ob sich dieser Aufwand lohne. Entsprechend selten komme es überhaupt vor. „Das sind absolute Ausnahmen“, sagt Joachim Lüther. „Bei normalen Staus machen wir das nicht“, sagt auch Matthias Mänz. Ein Problem seien dabei auch die Lkw: Auf zweispurigen Autobahnen sei es für die Fahrer kaum möglich zu wenden, sagt Lüther.

„Wenden ist absolut nicht als gute Möglichkeit bei längeren Staus zu betrachten“, sagt auch Cornelius Blanke, Sprecher des ADAC Hessen-Thüringen. Es gebe gelegentlich „absolute Ausnahmen“, in denen die Polizei „geordnetes Rückführen“ zur nächsten Ausfahrt anordne. Auch er sieht die Lkw-Problematik: Dies könne sich „recht schwierig darstellen“, sagt Blanke.

Quelle: HNA

Kommentare