Jesbergs Haushalt hat einen Fehlbedarf von 234 750 Euro und 11 Millionen Schulden

Wenig Geld für Wünsche

Bald unter Dach und Fach: Das Dach des Sanitärgebäudes am Campingplatz in Jesberg wurde schon nach energetischen Aspekten saniert, der Rest der Renovierung stockt zurzeit aus Kostengründen. Das Parlament will in den nächsten Wochen einen neuen Plan beschließen. Foto: Thiery

Jesberg. An große Investitionen außerhalb der Pflicht wird sich die Gemeinde Jesberg auch im laufenden Jahr nicht heran wagen. Der Haushalt weist auch für das Jahr 2014 wieder einen Fehlbedarf auf. Auch wenn der mit 234 750 Euro geringer ausfällt als noch im Jahr zuvor, bleibt nicht viel Geld für Wünsche.

Das stellte Bürgermeister Günter Schlemmer in der Sitzung der Gemeindevertreter fest, in der er am Montag den Haushalt für 2014 einbrachte.

Im Grunde werde sich an der Situation Jesbergs nichts ändern. „Freiwillige Aufgaben sind für uns in weite Ferne gerückt und Investitionen nur dann möglich, wenn es Fördergeld dafür gibt, wie etwa beim Stadtumbauprogramm West“, sagte Schlemmer.

Das Geld aus dem Programm geht zurzeit in den Umbau der Sanitäranlage am Campingplatz in Jesberg, ein Teil wurde für die Sanierung der Platzes an der Bergstraße genutzt, der demnächst fertig gestellt wird. Den Hauptposten bei den Ausgaben machen in Jesberg die Personalkosten aus (1,1 Million Euro). Die Hebesätze für die Grund- und Gewerbesteuer hat die Gemeinde bislang noch nicht angehoben, um den Ertrag des Haushaltes zu erhöhen.

Schlemmer befürchtet aber, dass sich dies nicht mehr lange umgehen lasse, auch wenn es keine wirklich spürbare Verbesserung des Haushaltes bringe. Die Aufwendungen des Haushaltes betragen 4,15 Millionen Euro. 100 000 Euro mehr erwartet die Gemeinde aus den Schlüsselzuweisungen (insgesamt 1 Million Euro). Doch das Geld werde gleich wieder durch eine gestiegene Kreisumlage und die Kompensationsumlage ausgeglichen, so dass am Ende nichts mehr davon übrig bleibe. Weiter drückt der Kanalbau auf den Gemeindesäckel der Kellerwaldgemeinde. Kanalisation, Wasser und Straßenbau in Reptich und Elnrode werden 2,05 Millionen Euro verschlingen. Die Feuerwehr Densberg bekommt ein neues Fahrzeug (42 000 Euro), Digitalfunk für die Wehren muss angeschafft werden (10 000 Euro) und die Gilsa-brücke in Reptich wird renoviert (100 000 Euro).

Schlemmer fordert einen Finanzausgleich für strukturschwache Gemeinden. Er will eine Initiative starten.

Von Christine Thiery

Quelle: HNA

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