Förderung in Einzelfällen

Wenig Sprachprobleme bei Migrantenkindern im Wolfhager Land

Rita Schmidt-Schales

Wolfhager Land. Politiker schlagen Alarm: Immer mehr Kinder mit ausländischen Wurzeln brauchen zusätzlichen Deutschunterricht, um in der Schule mitzukommen. In manchen Bundesländern braucht fast jedes zweite Kind eine gezielte Förderung.

Von einem flächendeckenden Problem kann im Wolfhager Land hingegen nicht die Rede sein. Grund dafür ist vor allem die geringe Zahl an Migrantenkindern.

Nur etwa jeder 20. Schüler der Wolfhager Wilhelm-Fichner-Schule hat einen Migrationshintergrund und nur etwa 1,6 Prozent der Schüler haben keine deutsche Staatsangehörigkeit. „Die meisten dieser Schüler haben sehr gute Deutschkenntnisse, weil ihre Familien schon lange in Deutschland leben“, sagt Schulleiterin Rita Schmidt-Schales. Schülern, die noch gefördert werden müssen, bietet man Deutschunterricht an.

Acht Stunden pro Woche werden diese dann abseits des regulären Unterrichts gesondert geschult. „Da sind auch sehr leistungsstarke Schüler bei, weil es dort weniger ums Verstehen, als vielmehr um gutes Formulieren geht.“ Fünf bis sechs Schüler nehmen an der Förderung teil.

Noch überschaubarer ist die Zahl der betroffenen Schüler an der Elisabeth-Selbert-Schule in Zierenberg. Lediglich ein Schüler nimmt nach Angaben von Schulleiterin Ute Walther das Angebot eines Deutsch-Unterstützungsprogramms in Anspruch. Dabei bekommt er wöchentlich drei Stunden Einzelunterricht durch eine Lehrerin der Schule. Schüler ohne deutsche Staatsangehörigkeit an der Elisabeth-Selbert-Schule kann Walther „an einer Hand abzählen“, erkennt darin aber auch ein Problem: „Bei uns fehlt ein bisschen die bunte Vielfalt verschiedener Nationalitäten. Schüler aus anderen Ländern lernen viele Jugendliche erst kennen, wenn sie weiterführende Schulen in Kassel besuchen“, sagt sie. Dass in den Aufgabenstellungen zu den zentralen Abschlussprüfungen am Mittwoch slawische Vornamen vorkamen, könnte ihre Schüler deswegen auch durchaus irritiert haben.

In die Vergangenheit blicken muss Wolfgang Engelmeyer, Leiter der Christine Brückner-Schule in Bad Emstal. Über zehn Jahre ist es her, dass an seiner Schule Deutschförderung angeboten wurde. „Das ist bei uns einfach nicht mehr nötig, wir haben so gut wie keine Migrantenkinder und wenn, dann sind sie in zweiter Generation in Deutschland und können die Sprache“, sagt er.

Von Lasse Deppe

Quelle: HNA

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