Viel Ärger und hohe Kosten für Geschädigte

Weniger Delikte bei Wandschmierereien: Polizei sieht aber noch keine Trendwende

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Foto: Archiv

Schwalm-Eder. Es ist eine böse Überraschung, wenn die eigene Hauswand mit Farbschmierereien verunstaltet wurde, aber die Zahl solcher Straftaten ist rückläufig. Das gilt sowohl für Hessen als auch für den Landkreis, wie eine Nachfrage bei der Polizeidirektion Schwalm-Eder ergab.

Aus Sicht der Polizei fallen solche Delikte - egal von welcher künstlerischen Qualität die Graffiti sind - unter den Begriff Sachbeschädigungen. 813 solcher Straftaten verzeichnete die Polizei im Schwalm-Eder-Kreis für das Jahr 2013, darunter 90 Graffiti. Im Jahr zuvor waren es 903 Sachbeschädigungen, 111 gingen auf Sprayer zurück. Eine Trendwende sei aber nicht zur erkennen, die Fallzahlen seien seit Jahren schwankend, sagt Markus Brettschneider von der Polizeidirektion Schwalm-Eder. Spitzenwerte an Sachbeschädigungen wurden 2011 (1049 Fälle) und 2009 (1089) registriert.

Für Geschädigte sind sie meist mit viel Ärger und hohen Kosten verbunden. Wie hoch die Schäden durch Sprayer im Schwalm-Eder-Kreis sind, kann die Polizei nicht sagen, für Hessen ermittelte das Landeskriminalamt einen Betrag von 1,9 Millionen Euro.

Bei den Tätern handele es sich meist um junge Leute, vorwiegend um Männer, so Brettschneider. Besonders häufig würden Wände an Schulen beschmiert. Derzeit gebe es im Schwalm-Eder-Kreis keine besonderen Auffälligkeiten. Das Problem sei natürlich in Großstädten wie Frankfurt und Kassel auch deutlich ausgeprägter.

Die Aufklärungsquote für Sachbeschädigungen liegt im Schwalm-Eder-Kreis bei 28 Prozent. In Hessen wurden 23,3 Prozent der Graffiti-Fälle aufgeklärt.

Politische Botschaften, wie Hakenkreuz-Schmierereien, werden von der Polizei gesondert behandelt. Die Ermittlungen führt die Staatsschutz-Abteilung.

Von Heinz Rohde

Quelle: HNA

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