Kommunale Stromnetze

Kommunen im Schwalm-Eder-Kreis gründen Fulda-Eder Energie

Schwalm-Eder. Fast drei Jahre hat es gedauert, jetzt steht der Termin: Neun Kommunen aus dem Schwalm-Eder-Kreis und die Städtischen Werke Kassel wollen am 3. September die Fulda-Eder Energie (FEE) gründen.

Die FEE wird die erste kommunale Gesellschaft in Nordhessen sein, die rekommunalisierte Stromnetze besitzt.

Den laufenden Betrieb übernehmen die Städtischen Werke als Partner, der Vertrieb bleibt bei der Eon Mitte. Unternehmenssitz soll in Gudensberg sein, in Melsungen ist eine technische Betriebsstelle mit Mitarbeitern der Städtischen Werke geplant.

„Die Energiepreise für die Einwohner bleiben stabil“, sagte Mario Gerhold, Sprecher der FEE-Kommunen. Außerdem soll den Menschen die Gelegenheit gegeben werden, sich an der Energieerzeugung zu beteiligen. An den Langenbergen bei Gudensberg und dem Quillerkopf bei Felsberg entstehen genossenschaftliche Windenergieparks. Dies sei auch für die FEE geplant.

Die Gesellschaftsgründung hing zuletzt an der Zustimmung der Stadt Melsungen und der Stadtverordnetenversammlung Kassel. Die Melsunger gaben am vergangenen Donnerstag grünes Licht, die Kasseler am Montagabend.

Der nächste Schritt nach der Gesellschaftsgründung wird sein, die Netze von der Eon Mitte zurückzukaufen. Der Wert der Netze wurde in einer Machbarkeitsstudie auf 14 Millionen Euro beziffert.

Das Geschäftsmodell sieht vor, dass sich die Städtischen Werke mit 40 Prozent am Rückkauf beteiligen. Die FEE wird die Netze dann an die Städtischen Werke verpachten. „Der Pachtzins wird ebenfalls nach dem Schlüssel 60/40 aufgeteilt“, sagt Mario Gerhold.

Die Städtischen Werke erhalten ihrerseits ein Netznutzungsentgelt (Durchleitungsgebühr) von den Stromanbietern wie der Eon Mitte, die die Kunden im Verbreitungsgebiet bedienen.

Von Damai D. Dewert

Quelle: HNA

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