Kürzung um 54,4 Prozent

Weniger Geld zur Eingliederung von Langzeitarbeitslosen erwartet

Schwalm-Eder. Landrat Frank-Martin Neupärtl ist schockiert: Nach einer ersten Berechnung des Bremer Instituts für Arbeitsmarktforschung und Jugendberufshilfe wird der Schwalm-Eder-Kreis für die Betreuung und Eingliederung von Langzeitarbeitslosen in den Arbeitsmarkt 2012 erheblich weniger Geld bekommen.

"Im kommenden Jahr werden voraussichtlich nur noch 4,57 Millionen Euro zur Verfügung stehen", heißt es in einer Pressemitteilung. Gegenüber dem Haushaltsjahr 2010 sei das eine Kürzung von 54,4 Prozent beziehungsweise weniger als die Hälfte. Das könne nicht ohne Auswirkungen auf die Arbeit des Jobcenters, aber auch der Bildungsträger der Region bleiben.

Gegenüber der Prognose für 2012 ist laut Neupärtl eine weitere Kürzung um 200.000 Euro zu verkraften, Geld, das dringend für eine aktive Arbeitsmarktpolitik gebraucht werde. Der Landrat kritisiert, dass sich die strukturelle Kürzung der Haushaltsmittel allein an der Zahl der erwerbsfähigen Hilfesuchenden, nicht jedoch an vorhandenen Qualifikationen und Vermittlungshemmnissen orientiere. Erneut und wiederholt würden vor allem die Jobcenter bestraft, die mit großem persönlichem Engagement der Mitarbeiter gute Integrationsquoten erzielten.

Neupärtl verwies darauf, dass im Bundesgebiet allein 1,5 Millionen Jugendliche im Alter zwischen 20 und 30 keine Berufsausbildung hätten und gerade Jugendliche zu wenig vom derzeitigen Wirtschaftswachstum profitierten.

"Diese Entwicklung kann und darf sich unsere immer älter werdende Gesellschaft nicht leisten", schreibt er. Junge Menschen seien die heute schon fehlenden Fachkräfte von morgen und für den Zusammenhalt der Gesellschaft und das Wachstum wichtig.

Neupärtl kritisierte Leistungskürzungen bei den Menschen, die trotz Wirtschaftsaufschwungs am Rand der Gesellschaft stünden.

Besser wäre es, mit Hilfe einer ausreichenden Finanzausstattung die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass auch Arbeitsuchende mit Schwierigkeiten bei der Vermittlung in den ersten Arbeitsmarkt schnell integriert werden könnten. (ula)

Quelle: HNA

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