Menschen leben sicher

Zahl der Straftaten im Schwalm-Eder-Kreis auf niedrigstem Niveau seit 20 Jahren

Schwalm-Eder. Die Menschen im Schwalm-Eder-Kreis leben sicher, denn die Aufklärungsquote von Verbrechen liegt im Landkreis bei 64,5 Prozent. Das ist der höchste je in der Polizeidirektion registriert Wert, sagte gestern Achim Kaiser, Leiter der Kriminalinspektion Homberg, bei der Präsentation der Kriminalitätsstatistik.

Als erfreulich werteten Kaiser und Pressesprecher Reinhard Giesa den Rückgang der Straftaten. Sie fielen um 522 Delikte auf 7499 Fälle, umgerechnet 6,5 Prozent weniger. Damit hat die Zahl der Straftaten den niedrigsten Stand der vergangenen 20 Jahre erreicht. Bemerkenswert ist der Rückgang der Wohnungseinbrüche. Während hessenweit ein Anstieg zu verzeichnen ist, fiel die Zahl im Landkreis von 152 auf 93 Delikte. Giesa führt dies unter anderem auf bessere Sicherungstechniken in den Wohnhäusern zurück.

Erfreulich auch, dass sich nach der Statistik die Beteiligung von Minderjährigen an den Straftaten auf 26,8 Prozent sank. Von 3723 Tatverdächtigen waren 971 unter 21 Jahren.

Zwei besondere Mordfälle

Zu den spektakulärsten Fällen zählten Delikte wie Mord, Totschlag und fahrlässige Tötung. Im vergangenen Jahr registrierte die Kripo Schwalm-Eder 13 Fälle, darunter den Mord an der 18-Jährigen Mara P. in Melsungen und den an einem 83-jährigen in Guxhagen. In beiden Fällen seien die Täter rasch ins Visier der Polizei geraten, doch der Nachweis sei schwierig gewesen, sagte Kaiser. Im Fall des Melsunger Mordes rechnet er mit einer Anklage im April oder Mai.

Während in diesem Deliktbereich die Zahlen seit Jahren unverändert sind, stieg die Zahl der Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung von 88 Delikten im Jahre 2009 auf 112 im vergangenen Jahr. Nach Angaben von Giesa liegt die Zahl im üblichen Schwankungsbereich, allerdings an der oberen Grenze.

Die Steigerung ist unter anderem auf die Ermittlungen gegen einen 49-Jährigen Prämonstratenser-Pater in Fritzlar zurückzuführen. Grund des Anstiegs der Vergewaltigungen von 15 auf 23 Fällen ist laut Kaiser ein abgeschlossenes Ermittlungsverfahren gegen einen aus dem Landkreis stammenden Lkw-Fahrer. Ihm werden neun Vergewaltigungen im Schwalm-Eder-Kreis und in Waldeck-Frankenberg vorgeworfen.

Weiter ist der Statistik zu entnehmen, dass die Zahl der Diebstahlsdelikte insgesamt von 2469 auf 2496 geringfügig zugenommen hat. Dennoch ist dies der zweitniedrigste Wert der vergangenen 20 Jahre. Ein deutlicher Wandel sei dabei zu beobachten. Machten Diebstähle 1993 noch 60 Prozent der Gesamtkriminalität aus, lag ihr Anteil im vergangenen Jahr bei einem Drittel.

Von Rainer Schmitt

Quelle: HNA

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