Im Wolfhager Land gibt es weniger Spuren vom Luchs als im Kaufunger Wald

Reinhard Vollmer

Wolfhager Land. Während es im Kaufunger Wald Luchs-Nachwuchs gibt, ist es um die scheue Raubkatze im Wolfhager Land ruhig geworden.

„In letzter Zeit hinterlässt der Luchs bei uns kaum noch Spuren“, sagt Reinhard Vollmer vom Forstamt Wolfhagen. „Wir glauben aber, dass er weiterhin durch unsere Wälder streift“.

Wie viele Luchse tatsächlich im Wolfhager Land leben, weiß Vollmer, der auch regionaler Luchs-Beauftragter des Arbeitskreises Hessenluchs ist, allerdings nicht: „Man kann den Luchs nicht dingfest machen, sondern nur Spuren sammeln“.

Reh-Riss in Bründersen 

Diese habe es in der Vergangenheit immer mal wieder gegeben. Vollmer berichtet beispielsweise von einer Luchs-Sichtung bei Gasterfeld, von Hinweisen aus dem Raum Ippinghausen und von einem gerissenen Reh bei Bründersen, das eindeutig auf das Konto der größten europäischen Wildkatze gehe. „Luchse reißen ihre Beute auf eine ganz bestimmte Weise“, erklärt er. Markant seien die Kampfspuren, die sich auf dem Fell des Beutetieres sichtbar abzeichneten. Zudem sei Europas größte Wildkatze lediglich auf Muskelfleisch aus. „Eingeweide und Weichteile interessieren sie nicht“. In den vergangenen Wochen seien im Wolfhager Land jedoch keine eindeutigen Luchs-Hinweise mehr dokumentiert.

Der einzige hundertprozentig sichere - wenn auch traurige - Nachweis eines Luchses sei ein totgefahrenes Tier auf der A44 bei Breuna Ende 2012 gewesen. Es handelte sich um einen Luchs aus einer im Harz freigelassenen Population.

Luchse im Harz ausgesetzt 

Vor 15 Jahren waren im Rahmen eines Wiederansiedelungs-Projektes 24 Luchse im Harz ausgesetzt worden. Diese haben sich im Laufe der Zeit vermehrt und besiedeln inzwischen auch angrenzende Regionen. „Es ist davon auszugehen, dass auch die aktuell hier lebenden Luchse ursprünglich aus dem Harz stammen“, sagt Vollmer, der die Raubkatze als willkommene Bereicherung des heimischen Wildbestandes ansieht: „Der Luchs gehört hier einfach mit dazu.“

Im Kaufunger Wald ist es Wissenschaftlern der Uni Göttingen jetzt mithilfe von Fotofallen sogar gelungen, Nachwuchs bei eingewanderten Luchsen zu dokumentieren. „Wir haben eine Luchsin mit Jungen fotografiert“, berichtet Projektleiter Dr. Markus Port von der biologischen Fakultät. Zuvor habe es schon entsprechende Beobachtungen gegeben. Im Wolfhager Land hingegen gab es bislang keine Hinweise auf Nachwuchs. „Jungtiere sind bei uns noch nicht beobachtet worden“, sagt Vollmer.

Im Landkreis Kassel gibt es drei Ansprechpartner für Themen rund um den Luchs. Reinhard Vollmer von Hessen-Forst in Wolfhagen ist einer davon. Wer einen Luchs gesehen, fotografiert oder ein gerissenes Wild- oder Nutztier entdeckt hat, kann sich unter der Telefonnummer 05692/9898-0 melden.

Mehr Infos im Internet: www.luchs-in-hessen.de

Quelle: HNA

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