Weniger Taufen und weniger Mitglieder in der Evangelischen Kirche

Schwalm-Eder. Seit Jahren sinkt die Zahl der Neugeborenen. Fast parallel dazu nimmt auch die Zahl der evangelisch getauften Kinder ab. Mit einem Minus von acht Prozent in den vergangenen zehn Jahren stehen die vier Kirchenkreise im Schwalm-Eder-Kreis aber noch gut da.

Im Kirchenkreis Kaufungen (Altkreis Kassel) wurden im gleichen Zeitraum fast 35 Prozent weniger Menschen getauft. „Wir haben hier relativ stabile Verhältnisse“, sagt Rudolf Schulze, Dekan des Kirchenkreises Melsungen, und meint: Die Zahl der Kindstaufen ist zwar in allen vier Kirchenkreisen - Melsungen, Fritzlar, Homberg und Ziegenhain - zurückgegangen.  Doch haben Erwachsenentaufen und Taufen anlässlich der Konfirmation einen Teil davon wieder wett gemacht.

An den Statistiken abzulesen ist aber auch, dass schon immer nicht alle Kinder im ersten Lebensjahr getauft wurden, sondern sich die Eltern durchaus Zeit gelassen haben. Dass die Zahl der Kindstaufen rückläufig ist, ist nicht verwunderlich: Wurden im Jahr 2000 im Landkreis 1815 Kinder geboren, so waren es Ende 2009 nur noch 1284, hieß es dazu von der Kreisverwaltung.

Da der Stichtag für die aktuelle Statistik im Sommer 2010 endet, kann für 2010 nur geschätzt werden. Die Zahl dürfte bei unter 1200 Neugeborenen liegen. Was Schulze mehr Sorgen bereitet, ist, dass zum einen mehr Kirchenmitglieder sterben als hinzukommen, zum anderen viele wegziehen. Allein auf deren Konto geht ein Minus von 53 Prozent, 40 Prozent auf die Sterbefälle und sieben Prozent auf die Austritte.

Das sind die Zahlen, die nicht durch Neuzugänge wett gemacht werden konnten. Einzig im Kirchenkreis Melsungen wurden es seit dem Tief im Jahr 2007 mehr Mitglieder: Die Kirchengemeinde Brunslar und Felsberg wechselten in den Kirchenkreis Melsungen.

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Quelle: HNA

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