ZirkuTopia-Zirkus „Rand und Band“ - große Gala mit neuen Kunststücken

ZirkuTopia: Wenn Barbie balanciert

Freuen sich auf ein erlebnisreiches Wochenende: Artisten und Pädagogen vom Kinderzirkus „Rand und Band“. Fotos: Hoffmann

Zierenberg. Die Poi kreisen langsam am Boden, drehen sich immer schneller, bis sie schließlich mit ihren bunten Köpfen knallige Farbspiele in die Luft zaubern. Der elfjährige Lukas Göb scheint selbst nicht glauben zu können, zu was für Kunststücken er mit den fliegenden Kugeln fähig ist.

Und darum geht es beim Verein ZirkuTopia, der zirkuspädagogische Fortbildung sowie verschiedene Kurse für Kinder, Jugendliche und Erwachsene anbietet. Die Mitglieder wollen dadurch einen neuen partnerschaftlichen Ansatz in dem Zusammenspiel von Menschen mit und ohne Behinderung verwirklichen.

Die Kinder, die in der Zierenberger Elisabeth-Selbert-Schule ihre Kunststücke proben, scheinen dabei außer Rand und Band. So heißt auch der ZirkuTopia-Zirkus, für den sie eine große Benefizparty und eine Gala vorbereiten. 15 Jungen und Mädchen, mit und ohne Behinderung, wirbeln durch das kreative Chaos. Irgendwie gewinnt man den Eindruck, sie bewegten sich alle wie Puppen. Und tatsächlich, das ist so gewollt. In der großen Gala am kommenden Sonntag (7. November, 15 Uhr, Bürgerhaus) wollen sie ihre Zuschauer mitnehmen auf einen „Ausflug ins Puppenmuseum“.

„Nachdem das Thema klar war, haben wir in den Proben verstärkt mit den verschiedensten Bewegungen von Puppen gearbeitet, sofern man davon ausgeht, dass sich diese überhaupt bewegen können“, erklärt die pädagogische Leiterin Carola Friedmann. So kommt es dazu, dass plötzlich ein Zinnsoldat Diabolo spielt, eine Barbiepuppe auf einer Laufkugel balanciert, dabei Dinge verliert, die ihr niemand Geringeres zurück bringt als Ken.

„Die Ideen kommen oft spontan während der Proben“, so Friedmann. „Wir arbeiten meist mit solchen Bildern, die bei uns Pädagogen aus Bewegungen der Kinder heraus entstehen.“ So sei es auch zur Marionettennummer gekommen, die zu den Höhepunkten der Gala gehört. Die junge Artistin Anna Homberger erlangt dabei dank stabiler Stelzen unerahnte Beinlängen, um ihre Kollegin Alexandra Schröter durch imaginäre Fäden zur lebenden Marionette zu machen. Drum herum düsen Alena Rudolph, Annika Dietmar und ihr Freundinnen auf Einrädern umher, in der anderen Ecke wird mit Bällen jongliert, in der Garderobe Kostüme probiert und die bunte Schminke getestet. „Es ist immer wieder eine Freude zu sehen, was am Ende aus unserem Chaos entsteht, und welche Fähigkeiten die Kinder an sich selbst entdecken“, so Friedmann.

Quelle: HNA

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