Kunstschule „Artistien“ der Kulturinitiative Begegnungsraum mit neuem Programm

Wenn Fantasie spürbar ist

Sie mögen es bunt: von links Linda Erbe, Hannah Gerlach, Johanna Nasser, Isabel Kortendieck und Mia Braun tobten sich im Kunst-Kurs mit viel Farbe aus. Foto: Dewert

Melsungen. Die Kunstschule „Artistien“ der Kulturinitiative Begegnungsraum hat ihr neues Programm herausgebracht. Mit ihrem Angebot richten sich die Obermelsunger Margret Schormann-Nerl und Rudolf Nerl vorwiegend an Kinder und Jugendliche. Sie wollen im zehnten Jahr des Bestehens Kindern und Jugendlichen Raum geben, ihre Fantasie auszuleben und ihre eigene Kreativität auszudrücken.

„Wir machen nicht vordergründig die Kunst, um beispielsweise die schulischen Noten zu verbessern“, sagt Rudolf Nerl. Das künstlerische Tun sei nicht zweckgebunden, nicht zielorientiert, sondern begeisternd, anregend und improvisierend. „Wir wollen mit den Teilnehmern in dem Prozess Neues entdecken und vielleicht auch eine anfängliche Position völlig verändern.“

Die Gedanken müssten auch abschweifen dürfen jeder müsse die Möglichkeit haben, das Ursprüngliche verändern zu können. „Der Computerwissenschaftler David Gelernter sagt, dass der Umgang mit dem Computer die Aufmerksamkeitsspanne der Kinder verkürzt“, sagt Nerl. Die Kinder lernten nicht mehr, bei einem schwierigen Thema nicht gleich wegzurennen oder abzuschalten: „Dieser Entwicklung wollen wir entgegensteuern.“

Einen therapeutischen Ansatz verfolgen beide dabei aber nicht: „Unsere Didaktik richtet sich weniger stark nach Lernzielen, sondern nach den individuellen Möglichkeiten und Stärken der Kinder und Jugendlichen.“

Die Arbeit in der Kunstschule solle in erster Linie Freude machen – die Kinder sollen gerne kommen. „Wenn man aber das Kind zu einem Thema zwingt, kann dies ins Gegenteil umschlagen. Eine Vielfalt von Themen in einer Gruppe anzubieten, ist zwar nicht einfach, doch so kann es gelingen, auch ohne Zwang ein Kind für ein Thema zu interessieren, das es eigentlich zunächst abgelehnt hat“, erklärt Margret Schormann-Nerl.

Die Arbeit trägt sich nur aus den Kursgebühren und Spenden. Der Verein ist gemeinnützig anerkannt. Spenden sind steuerlich abzugsfähig. PROGRAMM

Von Damai D. Dewert

Quelle: HNA

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