Themenwoche im Fritzlarer Krankenhaus: Es geht um Rhythmusstörungen

Wenn das Herz taktlos wird

So funktioniert das Herz: Das verbrauchte Blut fließt ins Herz und wird zurück in die Lunge gepumpt. Dafür zieht sich dieser Muskel 100 000-mal am Tag zusammen. Grafik:  Deutsche Herzstiftung

Fritzlar-Homberg. Es pocht und hämmert und rast bei frisch Verliebten. Manchmal kommt es auch ins Stottern und gerät aus dem Takt. Dann liegt der Verdacht nahe, dass eine Herzrhythmusstörung vorliegt. Das Fritzlarer Krankenhaus bietet zu diesem Thema Vorträge und Schulungen an.

Die bundesweite Themenwoche der Deutschen Herzstiftung befasst sich dieses Jahr mit dem Phänomen, das bis zum Schlaganfall und sogar zum Tod führen kann. Daher hat der Chefarzt der Inneren Abteilung des Fritzlarer Krankenhauses, der Internist und Kardiologe Dr. Wolfgang Dausch, eine Reihe von Vorträgen zusammengestellt und bietet erstmals auch in Homberg eine Informationsveranstaltung an. Es geht um Grundsätzliches über Herzrhythmusstörungen, um den Herzschrittmacher, um Herzstillstand und um die Wiederbelebung.

Herzrhythmusstörungen können harmlos, weniger harmlos und lebensbedrohlich sein, sagt der Vorsitzende der Deutschen Herzstiftung, Prof. Thomas Meinertz (Hamburg). Die häufigste Störung sei das Vorhofflimmern, von dem in Deutschland eine Million Menschen betroffen seien. Dabei können sich Blutgerinsel bilden, die die Hirngefäße verschließen und einen Schlaganfall auslösen. Betroffen sind nach einer Statistik der Herzstiftung

• ein Prozent der unter 50-Jährigen,

• vier bis sechs Prozent der über 60-Jährigen und

• neun bis 16 Prozent der über 80-Jährigen.

Beim Vorhofflimmern, so erläutert die Herzstiftung, gerät das Herz aus dem Takt, was eine chaotische Schlagfolge bis zu einem Puls von 160 haben kann, manchmal sogar noch schneller.

Die normale Frequenz liegt zwischen 60 und 100 Schlägen in der Minute. Das heißt: Das Herz zieht sich am Tag 100 000-mal zusammen und erschlafft wieder. Dabei werden bis zu 10 000 Liter Blut durch die Gefäße gepumpt.

Bei seelischer und körperliche Belastung kann die Frequenz auf 160 bis 180 Schläge in der Minute ansteigen. Nachts sinkt der Puls bei gesunden Menschen auf 45 bis 50 Schläge ab, sagen die Experten der Stiftung. (rbg)

Quelle: HNA

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