Brandschutzaufklärung in Ehlen - Viele Gefahren werden unterschätzt

Wissen, was zu tun ist: Mit dem richtigen Feuerlöscher gingen die Erzieherinnen Elvira Gibhardt, Astrid Köster, Birgit Eisenbeiß, Bianka Werner, Regina Flörke-Migge und Heike Kleine (von links) gegen die Flammen vor. Fotos: Hoffmann

Ehlen. Wenn die Mehrfachsteckdose während der Vorträge von Udo Schaffland plötzlich zu rauchen beginnt, dann ist das eigentlich nicht zu übersehen.

Seine Zuhörer in Firmen, Schulen und sonstigen Einrichtungen aber bleiben ruhig, zum Feuerlöscher greift selten jemand. Schaffland, der Brandschutzaufklärer, kann diese Reaktion nicht verstehen, schließlich weiß niemand, dass den gefährlich aussehenden Rauch in dem Fall nur ein Raucherzeuger aus dem Modellbau liefert. Im Ernstfall hätte der schnell zur Gefahr werden können.

„Die Menschen haben den Respekt vor dem Feuer verloren, viele Gefahrensituationen werden schlicht falsch eingeschätzt“ , sagt Schaffland und ist froh, dass zumindest beim Frühjahrsseminar der Brandschutzaufklärung der Feuerwehren im Landkreis sein kleiner Test funktioniert.

„Die Menschen haben den Respekt vor dem Feuer verloren.“

Udo Schaffland Feuerwehr Ehlen

Vor ihm sitzen aber auch fast ausschließlich Feuerwehrleute, die mit ersten Brandanzeichen bestens vertraut sind. Sie arbeiten bereits in der Brandschutzaufklärung mit, oder wollen demnächst aktiv werden.

Besser als jedes Verbot

Auch sechs Erzieherinnen aus Kindergärten in Schauenburg, Trendelburg und Lohfelden sind dabei, denn Brandschutzaufklärung kann nicht früh genug beginnen. Kinder kennen keine Gefahr. Sie sind vom Feuer fasziniert, wissen aber nicht, wie gefährlich es sein kann. Welche Wirkung es hat, dass es Menschenleben gefährdet und Millionenwerte im Nu vernichten kann, das gilt es ihnen nahezubringen.

„Aufklärung ist wirkungsvoller als jedes Verbot“, sagt Udo Schaffland entschieden. Er muss es wissen, denn seit rund 25 Jahren ist er in der Brandschutzaufklärung ehrenamtlich aktiv, ist auch Vorsitzender des Fördervereins der Brandschutzaufklärung im Landkreis Kassel.

„Lieber den Kindern erklären, wie sie eine Kerze anzünden und auch richtig löschen, bevor sie eigenmächtig aus Neugierde heraus zu zündeln beginnen!“

„Kinder kommen heutzutage offensichtlich nicht mehr in der Form mit offenen Feuer in Verbindung wie früher“, sagt Schafflands Kollege Bernd Enders.

Auch ohne Kohleofen, Kamin und Co. gebe es noch reichlich Feuerquellen, von der Zigarettenglut über Grill bis hin zu Teelichten (siehe Hintergrund).

In drei Blöcken erhalten die 27 Teilnehmer im Ehlener Feuerwehrhaus Rüst- und Werkzeug mit auf den Weg, um künftig erfolgreich in der Brandschutzerziehung arbeiten zu können. Neben Rechtsgrundlagen geht es um altersgerechte Versuche. Brandschutzmelder kommen ebenso zum Einsatz wie verschiedene Löschmethoden.

Die haben auch die Erzieherinnen aus den Kindergärten ausprobiert und können ihr Wissen nun an ihre Kinder weiter geben.

Sie wissen nun auch was zu tun ist, wenn im Kindergarten mal eine Mehrfachsteckdose zu rauchen beginnt.

Von Sascha Hoffmann

Quelle: HNA

Kommentare