Astrid-Lindgren-Schule bietet erstmals Programm zur Brandschutzerziehung an

Brandschutzerziehung in der Schule: Wenn’s brennt, die 112 wählen

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Premiere in der Astrid-Lindgren-Schule: Die Feuerwehr begann bei den Erstklässlern mit der Brandschutzerziehung.

Malsfeld. „Hoffentlich brennt es nie hier in der Schule und nie bei Euch zu Hause“, ruft Malsfelds Bürgermeister Herbert Vaupel den Erstklässlern der Astrid-Lindgren-Schule zu. Sollte dennoch mal ein Feuer ausbrechen: Künftig werden alle 117 Kinder der Schule wissen, wie sie sich im Ernstfall richtig verhalten müssen. Die Feuerwehr Malsfeld startete erstmals mit der Brandschutzerziehung.

Die Feuerwehr Malsfeld startete in der Astrid-Lindgren-Schule erstmals mit der Brandschutzerziehung. Dazu gehören auch  praktische Übungen, eine Information der Eltern und eine große Übung in der Schule. „Und nach den Sommerferien fangen wir im Kindergarten an“, kündigte Hauptfeuerwehrmann Detlef Rostek an. Zusammen mit den Feuerwehrfrauen Daniela Stegemann, Monika Schulz und Cordula Schmitt hörte sich der Brandschutzerzieher ungezählte Fragen der Kinder an.

Die Feuerwehr kommt herbei

Dabei stellte sich heraus, dass mehrere Kinder schon wissen, worauf es im Notfall ankommt. Und Darius schreibt auch gleich die Nummer an die Tafel, die der Schlüssel für schnelle Hilfe ist: 112. „Eins, eins zwei, und die Feuerwehr kommt herbei“, rufen die Kinder am Ende dieser Unterrichtsstunde. Doch der Zwillingsvater Detlef Rostek, seit 28 Jahren in der Feuerwehr, mahnt: „Diese Nummer dürft Ihr nie zum Spaß wählen.“

„Die Feuerwehr rettet auch Menschen, wenn sie im Auto eingeklemmt sind“, weiß Jonathan. „Und wenn jemand im Eis eingebrochen ist, kommt auch die Feuerwehr“, fügt Darius hinzu. „In einer Minute machen wir acht Badewannen voll“, beantwortet der stellvertretende Gemeindebrandinspektor Stefan Schnaudt eine Kinderfrage. Und im Notfall könnte die Feuerwehr mit Schläuchen sogar Löschwasser aus der Fulda bis zur Lindgren-Schule transportieren. Monika Schulz: „Wir haben im wahrsten Sinne des Wortes eine lange Leitung.“

Übungen und Experimente

Wie Feuer funktioniert, wie gefährlich es sein kann - das werden die Kinder noch bei Übungen und Experimenten lernen. „Alles, was für die Brandschutzerziehung nötig ist, wurde durch Spenden finanziert“, freut sich Rostek, „und wir sind auf jeden Cent angewiesen“. Dass Rostek und die drei Frauen Lehrgänge für die Brandschutzerziehung besucht haben und sich ständig weiterbilden, „ist ein vorbildlicher Einsatz, der nicht normal ist“. Dieses Lob kommt übereinstimmend von Schulleiter Frank Eberlein und vom stellvertretenden Gemeindebrandinspektor Schnaudt.

„In einer Minute machen wir acht Badewannen voll.“

Natürlich macht die Feuerwehr auch Werbung für die Feuerwehr. „Meine Mama ist Feuerwehrfrau“, heißt Jonas Geschichte von Heike Münker in einem Büchlein des Landesfeuerwehrverbandes Hessen. Und am Ende soll sich das Kind darüber freuen, dass es in den Feuerwehren sieben Tage in der Woche Vorbilder gibt, die helfen, wenn etwas passiert: „Das gefällt mir, und wenn ich groß bin, werde ich auch Feuerwehrfrau - äh, nein, Feuerwehrmann.“ (m.s.)

Von Manfred Schaake

Quelle: HNA

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