Im Wolfhager Stützpunkt soll Dienstleistungszentrum für Altkreiswehren entstehen

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Feuerwehrstützpunkt Wolfhagen: Im Domizil der Wolfhager Wehr könnten für die übrigen Wehren des Wolfhager Landes Aufgaben wie Schlauchpflege, Reinigung der Einsatzkleidung und Wartung der Atemschutzgeräte erledigt werden.

Wolfhagen. Städte und Gemeinden im Altkreis rücken angesichts finanzieller Not zusammen, bündeln Aufgaben, um zu sparen. Das läuft im Ordnungsbehördenbezirk ebenso gut wie im Bereich des Standesamtes. Folgen als nächstes die Feuerwehren?

Feuerwehrdienstleistungszentrum lautet das Stichwort, das Konzept dazu hat die Wolfhager Feuerwehrführung um Stadtbrandinspektor Frank Brunst ausgearbeitet und Anfang der Woche den Bürgermeistern und ihren Stadt- beziehungsweise Gemeindebrandinspektoren und deren Stellvertretern vorgestellt.

Anlass für Brunsts Vorstoß war, dass auf seinem Stützpunkt der hauptamtliche Gerätewart bis zum Anschlag ausgelastet ist und man es derzeit nur mit Unterstützung eines Rentners schafft, dass alle anfallenden Wartungsarbeiten an der hochwertigen Ausrüstung auf den Punkt erledigt werden.

Mittelfristig werde man für den qualifizierten Helfer Ersatz benötigen. Und darauf sollte man sich frühzeitig vorbereiten, sagt Brunst. Sein Vorschlag: Für den Wolfhager Stützpunkt wird ein zweiter Gerätewart in Vollzeit eingestellt. „Zu einem Drittel zahlen wir, zwei Drittel bringen die anderen fünf Kommunen auf.“

Die nehmen bereits in Teilbereichen Dienstleistungen der Wolfhager Wehr in Anspruch. So wird die Einsatzkleidung der Feuerwehrleute aus dem gesamten Altkreis in Wolfhagen gewaschen und imprägniert. Eine eigene Waschanlage sparen sie sich. Für eine Beteiligung wird die Wolfhager Wehr ihr Angebot erweitern: Übernahme der Schlauchpflege und der Wartung und Reparatur der Atemschutzgeräte sowie Dokumentation per Computer.

Frank Brunst

In der kommenden Woche wird eine neue Schlauchwaschanlage in Wolfhagen installiert, die nicht nur wesentlich energiesparender als die alte arbeitet, sondern auch die Schläuche auf Dichtigkeit und Funktion prüft sowie trocknet und aufrollt.

Für Frank Brunst liegen die Vorteile für alle Beteiligten auf der Hand: Im Stützpunkt Wolfhagen würden die Personalprobleme gelöst, die beiden professionellen Gerätewarte würden die ehrenamtlichen Kräfte der beteiligten Wehren erheblich entlasten.

Eine Vollzeitstelle würde laut Wolfhagens Bürgermeister Reinhard Schaake rund 40 000 Euro pro Jahr kosten. Für das finanzielle Engagement der sich beteiligenden Kommunen, so Brunst, würde sich ein Umlageschlüssel entsprechend der Einwohnerzahl anbieten. Zudem würde es vom Land für ein Projekt in Sachen interkommunale Zusammenarbeit einen Zuschuss geben: Wenn sich mindestens vier Kommunen zusammentun immerhin 100.000 Euro.

Bis Ende Februar so die Vereinbarung, kann man sich in Zierenberg, Naumburg, Habichtswald, Breuna und Bad Emstal Zeit lassen zum Beraten und sich dann zu einer Beteiligung äußern.

Letztlich haben die jeweiligen Parlamente der Kommunen zu entscheiden.

Von Norbert Müller

Quelle: HNA

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