Gemeinde warnt vor Firma, die Infobroschüre über Oberaula herausgeben will

Werbung für gar nichts

Kostenvoranschlag: André Eckhardt, Pflegedienstleiter bei Pflegedienst Hoffmann in Oberaula, hält das Fax mit dem Angebot der Firma in den Händen. Foto:  Schittelkopp

Oberaula. Zunächst war Frank Hoffmann, Inhaber einer Pflegedienstes in Oberaula der Anruf vor einigen Tagen nicht komisch vorgekommen. Eine Frau hatte ihn gefragt, ob er in einer Informationsbroschüre über und für die Gemeinde eine Anzeige für seinen Pflegedienst schalten wolle. Er hätte doch schon einmal mit ihrer Firma zusammengearbeitet.

„Daran konnte ich mich gar nicht erinnern“, sagte Hoffmann. So ließ er sich einen Kostenvoranschlag per Fax zuschicken, um das Angebot zu überprüfen. 300 Euro sollte die Anzeige in der Broschüre kosten. Das Angebot des Verlags enthielt ein altes Logo des Pflegedienstes: „Ich weiß gar nicht, wo die das herhaben.“ Er erinnerte sich: „Ich hatte das Gefühl, die Frau wollte schnell zum Abschluss des Geschäfts kommen.“

Zuvor hatte er eine Warnung vor der Firma gesehen, welche die Gemeinde veröffentlich hatte. Daraufhin las sich Hoffmann das Kleingedruckte des Angebots durch. Die Informationsbroschüre über Oberaula und Umgebung soll in vier Auflagen zu je 1500 Stück erscheinen und in ganz Hessen verteilt werden – pro Auflage wären die 300 Euro fällig geworden, stand dort.

Was über die Gemeinde geschrieben wird, bleibt unklar. „Darin sehe ich keinen Nutzen“, fügte der Geschäftsmann an. Zum Vergleich: die Auflage der offizielle Broschüre Oberaulas, die nur im Gemeindegebiet verteilt wird, liegt bei 2500 Stück.

Bürgermeister Klaus Wagner berichtet von zwei weiteren Unternehmern, die sich bei der Gemeinde gemeldet hatten. Auch ihnen war angeboten worden, in einer Infobroschüre über Oberaula Werbung zu schalten. „Das Angebot ist ein Witz und für uns echt ärgerlich“, sagte der Bürgermeister. Die Gemeinde gibt definitiv keine Broschüre heraus. „Wir haben erst vor drei Jahren selbst eine auflegen lassen.“

Er warnt also davor, auf das Angebot des Verlags einzugehen. Denn er bezweifelt, dass Gewerbetreibende davon einen Nutzen hätten. „Ich würde immer ein Begleitschreiben mitgeben, wenn die Gemeinde eine Firma beauftragt“, fügte Wagner an. In dem umliegenden Gemeinden Ottrau, Schrecksbach und Neukirchen haben sich bisher noch keine Gewerbetreibenden wegen der vermeintlichen Infobroschüre gemeldet.

Von Claudia Schittelkopp

Quelle: HNA

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