"Brandstifter" und "Der Sandmann"

Werkschau auf der Bühne: Schüler aus Fritzlar zeigten Talent

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Schülertheater: Guila Melcher spielte in dem kurzen Ausschnitt aus dem Stück, an dem die Schülerinnen der achten Klasse zurzeit arbeiten, die Hauptrolle (Bild links). Der Kurs Darstellendes Spiel von Julia Brück zeigte das Drama „2 1|2 Brandstifter“ im Treffpunkt der Ursulinenschule.

Fritzlar. Katja ist Schülerin, sie hasst sich selbst und sie ist die Hauptfigur in dem Stück „Wenn ich nicht mehr will“, das Schülerinnen der achten Klasse an der Ursulinenschule gerade mit ihrem Lehrer Frank Lambert im Wahlunterricht Darstellendes Spiel einstudieren.

Sie machten den Anfang bei den zwei Theaterabenden am Dienstag und Mittwoch im Treffpunkt. Nur einen kurzen Ausschnitt als Werkschau bekam das Publikum zu sehen, doch schon dieser reichte, um zu zeigen, dass bereits eine Stunde Theaterprobe pro Woche die Schüler zu guten Leistungen bringen kann.

Zwei Abende, zwei Stücke 

Drei Schulstunden und weitere Proben haben dagegen die Schüler der beiden Oberstufenkurse Darstellendes Spiel genutzt, um zwei weitere Stücke für die beiden Theaterabende vorzubereiten. „2 1|2 Brandstifter“ und eine Umarbeitung von E. T. A. Hoffmanns „Der Sandmann“ standen auf dem Spielplan. Jedes Stück dauerte knapp eine Stunde und verlangte den Jugendlichen einiges ab. Manche mussten sich in verschiedene Rollen hineinversetzen, andere hatten die Aufgabe synchron zu spielen und zu sprechen und mehrere Male wurde es ganz schön laut auf der Bühne.

Um blindes Vertrauen und den naiven Glauben an das Gute ging es in „2 1|2 Brandstifter“. Ein Geschäftsmann gewährt einem Fremden Zutritt zu seinem Haus. Und obwohl sich dieser und später ein weiterer Fremder als Brandstifter zu erkennen geben, will der Hauseigentümer nicht daran glauben, dass er zwei Bösewichte beherbergt. Die Wahrheit ist eben manchmal die beste Tarnung, so eine der fragwürdigen Lehren, die derjenige, der Schlechtes ersinnt aus dem Stück ziehen kann. Das Ganze endet mit Zerstörung und Ruin.

Die Schüler von Julia Brück setzten die Stimmung des Dramas mit teilweise beklemmenden Elementen um und schafften es, ein gewolltes Unbehagen zu verbreiten, das die Thematik des Stückes sehr gut in Szene setzte.

Ebenso gekonnt hatte sich die Gruppe von Frank Lambert auf den Stoff ihres Stückes konzentriert und zunächst aus der Erzählung von E. T. A. Hoffmann ein Drama gemacht.

Fenster zur Seele

Träume, Phantasien und ein Kindheitstrauma, basierend auf einer grausamen Geschichte um den Sandmann, bestimmen die Handlung. Das Auge, als Fenster zwischen Außenwelt und Seele des Menschen steht im Mittelpunkt: Augen rauben, tote Augen, Verdopplung durch Brille oder Fernglas. Auch ein riesiges Augenpaar, aus dem schließlich schmerzhaft ein Tropfen Blut herausrinnt, hatte die Gruppe auf die Rückwand der Bühne projeziert.

Alle drei Stücke und die darstellerischen Leistungen der Schülerinnen und Schüler wurden vom Publikum der beiden Vorstellungsabenden mit lautem Applaus bedacht. Und auch die Lehrer lobten nach den Vorstellungen die gute Arbeit der jungen Darsteller, von denen manch einer das Talent und auch das Interesse hat, seine Fähigkeiten auszubauen und nach Möglichkeit zum Beruf zu machen.

Von Christl Eberlein

Quelle: HNA

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