25 Jahre Stadtgeschichtlicher Arbeitskreis: Sie arbeiten die Schwälmer Historie auf

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Der Stadtgeschichte auf der Spur: Hans Pinhard, Helmut Brauroth, Christa Neuwirth, Stephanie Röhler, Anneliese Schneider, Inge Schneider-Scholz und Vorsitzender Bernd Raubert (von links).

Treysa. Ob die Grafen von Ziegenhain und Nidda, die Wasserversorgung von Treysa oder ein umfangreiches Hauskataster - mit diesen und vielen anderen Themen rund um die Schwälmer Historie beschäftigen sich seit 25 Jahren die Mitglieder des Stadtgeschichtlichen Arbeitskreises (StAK).

Der Verein, der sich im Mai 1987durch Hartwig Bambey gründete, feiert an diesem Wochenende Jubiläum (siehe Hintergrund).

Anfangs fanden sich unter Bambeys Regie zunächst 17 Hobbyforscher zusammen, schnell wuchs die Gruppe auf 57. Bis heute hat der Verein konstant 85 Mitglieder. Seit 1993 lenkt Vorsitzender Bernd Raubert die Geschicke. Früh stellte sich die Frage nach einem passenden Domizil für die Stadtgeschichtler.

Die Stadt stellte zunächst Räume in der „Alten Sparkasse“ an der Mainzer Brücke zur Verfügung. 1995 zog der Verein anlässlich der Hessentagsvorbereitungen in das Trutzhainer Dorfgemeinschaftshaus um. Drei Jahre später - nach der umfassenden Sanierung des Hospitals - war nunmehr der Steinbau neuer Treffpunkt für die Historiker.

In den Räumen werden die stadtgeschichtliche Sammlung, die umfangreichen Bestände des städtischen Archivs und die des Stadtgeschichtlichen Arbeitskreises aufbewahrt.

In mehr als zwei Jahrzehnten hat der Verein viel Neues zur Geschichte zu Tage gefördert. Erkenntnisse über den Hexenturm lieferte eine Forschungsarbeit, in Projekten wurden Themen wie das „Unterirdische Treysa“ aufgearbeitet. „In 25 Jahren konnten 18 Ausstellungen realisiert werden“, erläutert Raubert.

Drei Archive angelegt

Stolz ist der Verein unter anderem auf eine wertvolle Original-Urkunde aus dem Jahre 1430, Zunftbriefe aus dem 18. Jahrhundert und Protokollbücher aus dem endenden 19. Jahrhundert. Für die Dokumente haben die Mitglieder drei Archive angelegt: Schrifttums-, Bild- und Tondokumente. „Eine echte Rarität sind die Mundart-Interviews, die das Ehepaar Friauf geführt hat“, sagt der Vorsitzende.

Eine einmalige Sache sei auch das Hauskataster, für das die Kirchenbücher vollständig ausgewertet wurden. Insgesamt zehn Bücher und Broschüren zu stadtgeschichtlichen Themen - unter anderen über das Schicksal der Treysaer Juden - haben die Historiker gemeinsam realisiert. „Da wir viel Basisforschung betrieben haben, konnten wir vielen Orten in der Region, etwa bei Dorfjubiläen, beratend zur Seite stehen“, erklärt Raubert.

Entwickelt wurden mehrere themenbezogene Stadtführungen, zwischenzeitlich betrieb der Verein die Museumstöpferei und eine Scherenschleiferei. Mit den Geschichtsvereinen Nidda und Staufenberg pflegen die Mitglieder einen regen Austausch. „Wir verstehen uns als Geschichtswerkstatt“, sagt der Vorsitzende.

Sonntag Tag der offenen Tür

Für Sonntag, 1. Juli, 13 bis 18 Uhr, lädt der Stadtgeschichtliche Arbeitskreis zum Tag der offenen Tür in den Steinbau des Hospitals in Treysa ein. Zu besichtigen sind eine stadtgeschichtliche Sammlung, das Vereins sowie das städtische Archiv. Außerdem zeigt eine Ausstellung einen Querschnitt aus 25 Jahren Vereinsgeschichte, dazu gibt es Kaffee und Kuchen.

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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