Hephata und Landeswohlfahrtsverband wollen künftig mehr Menschen mit Behinderung in den Arbeitsmarkt vermitteln

Von der Werkstatt hinein in den Job

Winterdienst: Pascal Mühle (links) und Edgar Müller arbeiten auf dem Schwalmstädter Bauhof. In Zukunft soll es noch mehr solcher betreuter Arbeitsplätze für Behinderte geben. Foto: Schittelkopp

Schwalmstadt. Das erste eigene Geld – darauf ist der 25-jährige Pascal Mühle sehr stolz. Dafür macht ihm auch der Arbeitsbeginn um 7 Uhr früh nichts aus. „Ich arbeite gern auf dem Bauhof“, berichtet er.

Pascal Mühle und Edgar Müller sind zwei Bauhof-Mitarbeiter in Schwalmstadt, die auf so genannten betriebsintegrierten Beschäftigungsplätzen arbeiten. Jahrelang waren sie in der Hephata-Werkstatt tätig. Nun gehören sie zwar weiterhin der Werkstatt an, doch ihre Arbeit leisten sie im städtischen Bauhof. Ein Hephata-Mitarbeiter begleitet sie regelmäßig bei ihrer Tätigkeit. Diese Betreuung finanziert der Landeswohlfahrtsverband Hessen. Die Stadt entlohnt die beiden Arbeiter.

Noch weitere dieser betriebsintegrierten Beschäftigungsplätze sollen in Zukunft entstehen. Dazu schlossen die Liga der Freien Wohlfahrtspflege, die Verbände privater Träger und der Landeswohlfahrtsverband jetzt eine Zielvereinbarung. Begründet ist dies auf der UN-Konvention, nach der Menschen mit Behinderung das gleiche Recht auf Arbeit haben.

Leistungsfähig sein

Die Zahl der Menschen mit Behinderung, die außerhalb einer Werkstatt unter Betreuung arbeiten, soll hessenweit verdoppelt werden. Außerdem sollen auch mehr gehandicapte Personen auf den Arbeitsmarkt vermittelt werden.

Vor Ort heißt das: Hephata will in den kommenden vier Jahren 73 betriebsintegrierte Beschäftigungsplätze schaffen, vier Menschen mit Behinderungen sollen jährlich eine Stelle auf dem Arbeitsmarkt finden und 40 Beschäftigten der Werkstätten soll es ermöglicht werden, ein Praktikum in einem Betrieb oder einer Verwaltung zu absolvieren.

„Auch Menschen mit Behinderung können leistungsfähig sein“, betonte Hephata-Vorstand Peter Göbel-Braun. Hephata setzt bei der Vermittlung auf eine lange Zusammenarbeit mit den örtlichen Betrieben, betonte die Leiterin der Behindertenhilfe, Anne Wippermann. Erhalte ein Behinderter eine Stelle auf dem freien Markt, sei er durch Praktika bereits beim Betrieb bekannt gewesen.

Wichtig sei es, für jeden Menschen mit Behinderung einen individuellen Arbeitsplatz zu finden. Die Arbeitgeber hätten positiv auf ihre neuen Mitarbeiter regiert. Auf dieses Konzept will Hephata auch zukünftig bauen.

Auch bei den beiden Bauhofmitarbeitern Pascal Mühle und Edgar Müller bewährte sich dies: Nach der Arbeit in der Werkstatt absolvierten beide zunächst ein Praktikum, bevor sie vom Bauhof übernommen wurden. Nun zählen Schneeschieben und Heckenschneiden zu ihren Aufgaben.

Von Claudia Schittelkopp

Quelle: HNA

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