Werner Kunz bleibt Vorsteher der Wolfhager Stadtverordnetenvertretung

Wolfhagen. Die erste Sitzung der neuen Wolfhager Stadtverordnetenvertretung hatte es bei mehreren Punkten gleich in sich. Da ging es um Positionierung, ums Ausloten und Taktieren, portioniert mit einigen heftigen verbalen Attacken.

Zweieinhalb Stunden dauerte die konstituierende Sitzung. Nachdem Bürgermeister Reinhard Schaake die Sitzung eröffnet hatte und danach der älteste Parlamentarier, Christian Schüßler, das Geschehen leitete, wurden die ersten Weichen gestellt. Werner Kunz (SPD) wurde in geheimer Wahl erneut zum Vorsteher des Parlaments gewählt, 22 Stadtverordneten votierten für ihn, sieben gegen ihn, einer enthielt sich. Und Kunz richtete gleich einen Appell an die Mandatsträger. Hart in der Sache, aber fair im Umgang miteinander.

Jens Kühle

Bei der anschließenden Wahl der Stellvertreter gab es eine Sitzungsunterbrechung. Der Fraktionschef der Bündnisgrünen, Peter Kranz, hatte überraschend den Antrag zurückgezohen, die Zahl der Stellvertreter von zwei auf vier zu erhöhen. Kurz darauf richtete sich der Fraktionsvorsitzende des Bündnisses Wolfhager Bürger (BWB), Jens Kühle, an die SPD, ob diese nicht auf den Stellvertreterposten verzichten wolle, weil die Genossen ja schon den Vorsitzenden stellen. Quasi als Zeichen einer guten Zusammenarbeit im Parlament. Dafür könne man den Grünen Stadtverordneten Dr. Axel Vetter zu einem von zwei Stellvertretern wählen.

In der kurzen Beratungspause kamen die Sozialdemokraten zu dem Ergebnis, ihren Kandidaten Burkhard Finke nicht einfach zu opfern, wie es Fraktionschef Heiko Weiershäuser erklärte: „Ihren Vorschlag in allen Ehren, mir tut es aber für Dr. Vetter Leid, dass wir nicht im Vorfeld darüber gesprochen haben.“ Bei der Wahl setzten sich Burkhard Finke (22 Stimmen) und Uwe Landgrebe von der CDU (20 Stimmen) gegen Axel Vetter (11 Stimmen) durch.

Bei der Änderung der Hauptsatzung nahm die Sitzung an Heftigkeit zu. SPD und CDU stehen für eine Aufstockung der Zahl der ehrenanamtlichen Magistratsmitglieder von sechs auf acht. Man habe zwar vor Jahren für eine Reduzierung dieses Gremiums gestimmt, müsse aber feststellen, dass angesichts eines erhöhten Arbeistaufkommens dieses sich nicht bewährt habe, sagte SPD-Mann Weiershäuser.

Werner Kunz

Der BWB-Fraktionsvorsitzende Kühle warf SPD und Union vor, die Spielregeln zum eigenen Vorteil schamlos ändern zu wollen, die Machtbedürfnisse zu befriedigen. Bislang haben SPD und CDU jeweils drei Sitze im Magistrat, künftig sollen es vier für die SPD und zwei für die CDU sein, Grüne und BWB stellen jeweils einen Vertreter. Kühle sprach von Kungelei und davon, dass „beschlossene Einsparungen geopfert werden“. In Zeiten knapper Kassen sei dies das falsche Signal.

CDU-Fraktionschef Helmut Flörke und sein SPD-Kollege Weiershäuser wiesen die Vorwürfe zurück. Der SPD-Stadtverordnete Peter Kraushaar betonte noch einmal, dass SPD und CDU bei der Wahl zusammen 71 Prozent der Stimmen auf sich vereinen konnten. In der neuen Magistratsbesetzung spiegele sich dieses Ergebnis wider. Im Jahr kostet die Erweiterung des Magistrats die Stadt ungefähr 4800 Euro. Die Grünen stimmten mit Verweis auf die Schuldenbremse gegen die Auftstockung. SPD, CDU und Wolfhager Liste setzten sich jedoch durch. Fotos: Welch/Archiv

Quelle: HNA

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