In Homberg fand die regionale Runde des Turniers „Spielend Russisch lernen“ statt

Ein Wettkampf der Exoten

Sie lernen Russisch: von links Julia Vogel und Irina Schneider aus Brilon (Sauerland), Anja Kretzer vom Deutsch-Russischen Forum, Christoph Zilch aus Hülsa und Natalie Jäger aus Freudenthal. Foto: Grob

Homberg. Vokabeln lernen, ohne dass die Köpfe rauchen. Was für viele unvorstellbar scheint, wurde kürzlich in der Theodor-Heuss-Schule in Homberg Wirklichkeit.

Die Schüler nahmen am Wettbewerb „Spielend Russisch lernen“ des Deutsch-Russischen Forums teil und lernten mit dem Brettspiel „New Amici“ die russische Sprache kennen. In Homberg fand eine der Regionalrunden statt.

Jede Mannschaft bestand aus zwei Schülern, von denen einer Russischkenntnisse hatte. Die Veranstalter erhofften sich davon, die Schüler für das Russische zu begeistern. „Russisch ist ein Exotenfach“, sagte Klaus Dropmann, der Vertreter des Deutschen Russischlehrerverbandes.

Dass das so ist, habe Gründe: Russland sei kein Urlaubsland, die Sprache gelte als schwer und der Ruf Russlands sei noch immer schlecht. „Die Schönheiten des Landes werden zu selten gezeigt“, sagte Dropmann.

In Homberg waren neun Mannschaften aus Hessen, Thüringen und Nordrhein-Westfalen vertreten. Aus dem Landkreis nahmen die Theodor-Heuss-Schule, die Gesamtschule Melsungen und die Melanchthonschule Steinatal am Wettbewerb teil.

Für die THS traten Christoph Zilch aus Hülsa und Natalie Jäger aus Freudenthal an. „Die Suche nach Teilnehmern war spannend. Die nichtrussischsprachigen Schüler waren natürlich zurückhaltender“, erklärte Karin Hofer, Lehrerin an der Schule. Christoph Zilch wurde im Russischkurs rekrutiert, Natalie Jäger geht in seine Klasse. Die beiden hatten sich in einer schulinternen Runde gegen sieben andere Duos durchgesetzt und damit für den Wettbewerb qualifiziert.

Kürzlich traten sie in der ersten Runde gegen zwei Schülerinnen aus Brilon (Sauerland) an. Dabei sank das Niveau des Tests nicht gerade ab, im Gegenteil: „Es ist heute viel schwerer als in der schulinternen Runde“, war sich Christoph Zilch sicher.

Die Schulen hatten neue Spielkarten erhalten, alles Auswendiglernen alter Fragen war nutzlos. Die Schüler mussten kurze Sätze und Redewendungen wie „Ende gut, alles gut“ ins Russische übersetzen. Das Spiel verlief lange ausgeglichen. Schiedsrichterin Anja Kretzer vom Deutsch-Russischen Forum war großzügig. „Bei der Aussprache lasse ich kleine Fehler durchgehen, es sei denn, das Wort ist total verunstaltet“, sagte sie.

Christoph Zilch und Natalie Jäger hatten Pech, sie verloren gegen die Schülerinnen aus Brilon und schieden aus. Die beiden 14-Jährigen von der THS waren zwar enttäuscht, wollen aber im kommenden Jahr erneut ihr Glück versuchen.

Von Daniel Grob

Quelle: HNA

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