Wettstreit um Scharfe Barte: Verbaler Schlagabtausch

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Das war Klasse: Kai Spitzl schaffte es mühelos, das Publikum eine Stunde lang zum Lachen zu bringen, und er war der Star des Abends.  

Melsungen. Er ließ es krachen im zweiten Durchgang der „Scharfen Barte": Kai Spitzl brachte das Publikum zum Lachen, nachdem Gerald Wolf die Zuschauer auf Betriebstemperatur gebracht hatte.

Gerald Wolf

Er war Taxifahrer, er war Postbote, er ist Politologe und Späteinsteiger ins Kabarett. Gerald Wolf kennt sich also damit aus, wenn er das Publikum in seinem Programm aufruft: „Drehen Sie, wenn möglich um!“ - sowohl logistisch als auch politisch. Und politisch war das, was der Kabarettist präsentierte, durch und durch.

Als intelligente Unterhaltung kündigte er selbst im kurzen Interview mit Moderator Andreas Gehrke seinen Auftritt an und los ging es erst mal mit einem Liedchen.

Mit einer Gitarre in der Hand und guter Laune im Gepäck, kommentierte er den „VW-Dicke-Luft-Betrug“ in Wolfsburg. Dann ging er ohne Gitarre zu den Spitzenpolitikern unseres Landes über. Er unterhielt die Zuschauer mit einer Kanzlerinnenparodie mit „Narkose-Schwester-Häubchen“ und unverkennbarer Rautenhandhabe. Positives Feedback vom Publikum heimste er auch mit einem Song über Leiharbeit im Grönemeyer-Stil ein. Dem Publikum hat das Programm von Wolf gefallen und dafür bekam es sogar noch eine kleine Zugabe obendrauf.

Kai Spitzl

Sein Saxophon hatte Kai Spitzl zu Hause gelassen, das Klavier war aber dabei. Musikalisch und mit gespitztem Humor trat der Künstler mit dem charmanten Lispeln vor das Publikum.

Politik: fast Null, ein paar Politiker, wie Schröder, Merkel und Putin kamen schon vor, aber Kabarett: Hundert Prozent. Kai Spitzl holte die Zuschauer von Anfang an dort ab, weshalb sie gekommen waren.

Egal ob mit einem Liebeslied an die Glühbirne, geklonten Leuchtschweinen in China und drei Kurzgeschichten, zu deren Entstehung er angeblich jahrelang in Einsamkeit am Ural verweilte, er brachte den Saal zum Lachen und das mit Niveau.

Kein Wunder, denn wer Theorien aufstellt, wie zweimal Sex in der Woche zehn Jahre jünger macht, den muss das Publikum einfach lieben. Doof nur, wenn man erst 20 ist, denn wer will in dem Alter schon wie zehn aussehen?

Auch gute Tipps zum Umgang mit Geld („Geben Sie weniger aus, als Sie verdienen!“) und eine kleine kulinarische Sachkunde über Met (so nennt man in Köln das Schweinegehackte), das längst das neue Sushi sei, wurden vom Publikum lachend angenommen.

Ihm gehörte die Gunst der Zuschauer am Mittwoch, die diese mit begeistertem Schlussapplaus ausdrückte. Mit Kusshand nahmen die Anwesenden eine Zugabe vom vierten Kabarettisten des Wettbewerbs entgegen.

Runde drei am Montag

Runde drei der Scharfen Barte steht am kommenden Montag auf dem Programm. Dann treten Cloozy und C. Heiland auf die Bühne.

Von Christl Eberlein

Quelle: HNA

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