„Wichtig ist der Dialog“

Nach Raubüberfall: Leiter der Einrichtung informierte Ortsbeirat über Maßnahmen

Im Fokus: Verantwortliche der Jugendhilfeeinrichtung Kleiner Bärenberg informierten die Altenhasunger über mögliche Konsequenzen nach dem Raubüberfall auf den Dorfladen. Foto: Ulbrich

Altenhasungen. Es war der Abend des 30. Oktober, an dem drei Jugendliche der Einrichtung Kleiner Bärenberg die 66-jährige Ursula Bulle im Dorfladen überfielen, brutal auf sie einschlugen und verletzten. Insbesondere die Brutalität der Tat (wir berichteten) sorgte für Entsetzen im Wolfhager Land.

Nun waren Verantwortliche der Jugendhilfeeinrichtung zu Gast im DGH, um Ortsbeirat und Bürger über Konsequenzen nach dem Überfall zu informieren.

Der Einrichtungsleiter Sven Schäfer schilderte zuerst die Abläufe am Tag der Tat und unmittelbar danach sowie das Konzept des Hauses Kleiner Bärenberg. Träger ist die Drogenhilfe Nordhessen, deren Geschäftsführer Ralf Bartholmai ebenfalls Stellung zum Überfall bezog. Schäfer sagte, dass auch er und seine Mitarbeiter geschockt waren über die brutale Tat, „das hat uns aus den Schuhen gehauen.“ Man hinterfrage sich und das Konzept natürlich.

Jugendliche verändert

Dies liege auch daran, dass sich sowohl Gesellschaft als auch die Jugendlichen in den vergangenen Jahren „deutlich verändert“ hätten, sagte Bartholmai. Während in den ersten Jahren der Einrichtung die Jugendlichen meist „nur“ ein Problem mit Alkohol- oder Drogenkonsum gehabt hätten, seien heute fast ausschließlich junge Menschen bei ihnen, die mit einem Verlust der kompletten Lebensstruktur, Gewalt- und Missbrauchserfahrungen zu kämpfen hätten.

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Eine Konsequenz sei möglicherweise, dass man die Aufnahmekriterien verschärft und Jugendliche mit gewalttätiger Vorgeschichte nicht mehr aufnimmt, sagte Schäfer. Ein weiterer Schritt sei, noch mehr Informationen über die Jugendlichen zu sammeln, bevor man entscheidet, ob sie aufgenommen werden.

Während der Diskussion wurde darüber nachgedacht, den Informationsfluss zwischen Einrichtung und dem Ort zu intensivieren. Sven Schäfer bot an, dass er „egal, um was es geht“, jederzeit angerufen werden kann, um Fragen zu klären oder Sorgen zu nehmen. Deutlich machten alle, dass es wichtig sei, in den Dialog zu treten, um Probleme frühzeitig zu erkennen. In Kürze soll eine weitere Veranstaltung mit Mitarbeiterinnen des Dorfladens stattfinden, sagte Schäfer.

Kontakt: Tel. 05692/992030, Fax 05692/9920329, kleiner.baerenberg@boeddigerberg.de

Quelle: HNA

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