Wicke demonstrierte  bei der Grünen Woche in Berlin

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Der Traktor blieb diesmal in der Scheune: Zur Demo fuhr Bernhard Wicke mit dem Bus.

Körle. Mit seinen 63 Jahren ist Bernhard Wicke immer noch so etwas wie ein Rebell. Zumindest, was das Thema Landwirtschaft angeht. Seit Jahren kämpft der Bio-Bauer aus Körle gegen die zunehmende Industrialisierung der Landwirtschaft.

Deshalb ist die Grüne Woche, die derzeit in Berlin läuft, für ihn Pflichttermin: Wenn am Rande der internationalen Agrarmesse gegen Massentierhaltung und Gentechnik demonstriert wird, ist er dabei so wie am vergangenen Wochenende.

Auf dem Weg zur Demo hat Bernhard Wicke diesmal den Bus genommen. Die Anfahrt zur Grünen Woche war also etwas bequemer als vor zwei Jahren: Da ist er die 400 Kilometer von Körle aus mit dem Traktor gefahren.

"Wir waren diesmal 30.000 Menschen", sagt er. "Das ist doch ein Zeichen, dass das Thema in der Bevölkerung ankommt." Das freut den 63-Jährigen. "Es motiviert unheimlich, sich mit anderen auszutauschen", sagt er. Deshalb ist Wicke auch Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft Bäuerliche Landwirtschaft, die sich vor allem für die Interessen von Kleinbauern einsetzt. Es sei wichtig, dass auch kleine Höfe weiterhin existieren können, sagt der Bio-Bauer.

"Im Moment ist die Tendenz klar", sagt Wicke, "es gibt immer weniger kleine und immer mehr große Betriebe in der Landwirtschaft." Das sei deshalb problematisch, weil den großen Betrieben auch der größte Teil der Ackerfläche gehöre und die zunehmend in Monokulturen bewirtschaftet werde. "Dadurch können sich wiederum Krankheiten bei den Pflanzen schneller ausbreiten."

Bernhard Wicke will auch im kommenden Jahr wieder zur Grünen Woche fahren und demonstrieren. "Dann wahrscheinlich wieder mit dem Traktor", sagt er und lacht.

Von Judith Féaux de Lacroix

Quelle: HNA

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