Jahreshauptversammlung des Schwälmer Heimatbundes birgt viel Zündstoff

Turbulenzen: Dem Schwälmer Heimatbund könnten bei der heutigen Jahreshautpversammlung hitzige Debatten bevorstehen. Der Verein ist Träger des Museums am Paradeplatz, im Vordergrund das Bronzemodell des Platzes mit dem Landgrafenschloss. Foto: Grede

Ziegenhain. Auf den Tag genau in einem Monat wird sich anlässlich der Feierlichkeiten zum 475-jährigen Jubiläum der Ziegenhainer Wasserfestung der Blick auf den Paradeplatz richten. Vorher steht am Freitag den Menschen, die sich im Schwälmer Heimatbund und seinem Museum für die Pflege von Brauchtum und Traditionen stark machen, allerdings eine Zerreißprobe bevor.

Die Mitglieder eines der größten Vereine in der Region treffen sich zur Jahreshauptversammlung. Nach den Unstimmigkeiten der vergangenen Wochen stehen insbesondere die Vorstandswahlen im Fokus.

Denn das Gedächtnis der Schwalm ist in Schieflage geraten: Konrad Nachtwey, Leiter des Museums der Schwalm, das der Schwälmer Heimatbund betreibt, hatte Ende Februar seinen Rücktritt bekannt gegeben. Von Querelen wollte Wolfgang Rupp, Vorsitzender des Schwälmer Heimatbundes, in diesem Zusammenhang nicht reden. Dennoch war der Rücktritt des Museumsleiters wie eine Bombe eingeschlagen.

Offiziell hatte der 78-Jährige aus persönlichen und gesundheitlichen Gründen um seinen Rücktritt gebeten. Zwischen den Zeilen waren aber durchaus unterschiedliche Auffassungen des Museumsleiters und des Vorstandes des Schwälmer Heimatbundes deutlich geworden. Für Zündstoff hatte zudem die Vorstellung eines Bibelfundes gesorgt. Er war vom Vorsitzenden Rupp der Presse als „sensationeller Fund in einer Bodenkammer des Museums“ angekündigt worden. Im Nachhinein wollte Rupp das so nicht mehr hören. Die Bibeln seien lediglich in schlechtem Zustand gewesen und gesäubert worden, ruderte er später zurück.

Zudem ins Gerede gekommen war das Museum durch eine Aufräumaktion, die offenbar nicht dokumentiert wurde. Kritiker befürchten, dass dabei eventuell Gegenstände von Wert und auch Leihgaben entsorgt worden seien. Thematisiert wurde auch die starke Fluktuation ehrenamtlicher Mitarbeiter.

Ob sich der vierköpfige Vorstand in seiner jetzigen Konstellation heute zur Wahl stellen wird, ist nicht bekannt. Einige Vorstandsmitglieder sollen allerdings bereits signalisiert haben, für dieses Amt nicht mehr zur Verfügung stehen zu wollen. Außerdem heißt es, dass sich gegen dieses Gremium bereits erheblicher Widerstand formiert habe: Von „konspirativen Treffen, einem Schattenkabinett“ und Satzungsänderungen ist die Rede.

• Versammlung Schwälmer Heimatbund, am heutigen Freitag , 19.30 Uhr im Hotel Rosengarten in Ziegenhain

Von Sylke Grede

Quelle: HNA

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