Fragen und Antworten: RP genehmigt Bau des Windparks Gleiche: Klagen drohen

Widerstand gegen Räder

Windpark kommt: Zwischen Schrecksbach und Ottrau sollen sechs Windkraftanlagen entstehen. Archivfoto: nh

Ottrau. Die Umweltabteilung des Regierungspräsidiums Kassel hat den Bau des Windparks „Die Gleiche“ genehmigt. Die Genehmigung umfasst den Bau von sechs Windkraftanlagen zwischen den beiden Gemeinden Ottrau und Schrecksbach. Wir beleuchten die Hintergründe in Fragen und Antworten.

? Um was geht es beim Windpark Gleiche?

!Insgesamt sechs Windkraftanlagen sollen in einem Windpark zwischen Ottrau und dem Schrecksbacher Ortsteil Immichenhain entstehen. Das Genehmigungsverfahren hat insgesamt mehr als zehn Monate gedauert. Damit war es nach Auskunft der Immissionsschützer ein langes Verfahren, bedingt durch die Erstellung eines Gutachtens zur Lage der Windräder im Trinkwasserschutzgebiet.

? Wer soll die Windkrafträder betreiben?

!Vorgesehen ist, dass die beiden Kommunen Ottrau und Schrecksbach mit je einem Windrad beteiligt sind. Die übrigen Windräder werden durch die Energiegenossenschaft Schwalm-Knüll und der EAM Natur betrieben. Die Investitionssumme beträgt rund 30 Millionen Euro.

? Die Stadt Alsfeld hat im Vorfeld des Genehmigungsverfahrens beschlossen, im Falle einer Genehmigung zu klagen. Warum?

!Grundlage der Klage wird sein, dass vier der sechs geplanten Windräder innerhalb des Wasserschutzgebiets des Hattendorfer Brunnens liegen. Es sei nicht auszuschließen, dass eine Gefährdung des Grundwassers bestehe, argumentierten die Stadtverordneten und beschlossen einstimmig den Klageweg.

? Warum ist das Trinkwasser durch die Anlagen gefährdet?

!Die Besonderheit in Hattendorf sei, heißt es in einer Pressemeldung der Alsfelder Stadtwerke, dass die Auswaschung aus dem Boden sehr hoch sei. Seit 20 Jahren hat die Stadt Alsfeld deshalb ein Abkommen mit den Landwirten, mit dem Ziel, den Nitratwert des Grundwassers zu verringern. Dies sei durch verschiedene Maßnahmen auch gelungen. Durch die Anlagen notwendige Rodung werde Boden aufgebrochen, aus dem dann Nitrat ausgewaschen werden könnte.

? Auch die Bürgerinitiative Schöner Ausblick will ebenfalls gegen die Genehmigung klagen. Was sind ihre Befürchtungen?

!Auch sie befürchten durch die Lage im Wasserschutzgebiet eine massive und starke Gesundheitsgefährdung in Hinblick auf die Trinkwasserqualität. Zu diesem Schluss kommt ein Gutachten, das die Bürgerinitiative in Auftrag gegeben hatte. Angefertigt hatte das Gutachten der Biologe Olaf Kiffel aus Mainz, der seit rund 20 Jahren beratende Tätigkeit für Bürgerinitiativen, Vereine, Parteien und Einzelpersonen wahrnimmt.

? Wie sollen die Windkraftanlagen technisch ausgestattet werden?

!Die sechs Windkraftanlagen verfügen laut Regierungspräsidium über eine Leistung von jeweils drei Megawatt. Ihre Abmessungen: Gesamthöhe 207 Meter, Nabenhöhe 149 Meter, Rotorendurchmesser 116 Meter.

? Wie nimmt die EAM Natur die Kritik an dem Projekt auf?

!Auch wenn das Thema Windenergie derzeit nicht überall positiv aufgenommen werde, könne ohne die Nutzung von Windkraft die Energiewende nicht geschafft werden, teilte EAM-Geschäftsführer Thomas Weber in einer Pressemeldung fest. Eine nachhaltige Entwicklung der Energieversorgung könne nur durch erneuerbare Energien ermöglicht werden.

? Was passiert mit den Erträgen des Windparks?

!Die künftigen Erträge sollen in der Region bleiben, da durch die Energiegenossenschaft und die beteiligten Kommunen eine möglichst breite Beteiligung der Bürger vor Ort erreicht werden soll, heißt es von der EAM.

Von Daniel Göbel

Quelle: HNA

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