Kostensteigerung sorgt für Diskussionen

Kosten des Limburger Bischofssitz: „Wie soll ich das erklären?“

In Erklärungsnot: Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst steht in der Kritik. Archiv-Foto:  dpa

Schwalm-Eder. „Wut und Enttäuschung machen sich bei mir breit.“ Fassungslos reagiert Eduard Duschek auf die Kostenexplosion des Limburger Bischofssitzes. Der Schrecksbacher sitzt im Verwaltungsrat Sankt Adalbert Neukirchen mit Filialkirchen in Schrecksbach und Oberaula.

Für besondere Projekte in seiner Kirchengemeinde wie zum Beispiel den Erhalt der Kirchenglocken in Schrecksbach habe er mühsam um Spenden werben müssen, gleichzeitig gebe der Bischof in Limburg 31 Millionen Euro für seinen Sitz aus. „Wie soll ich das nur meinen Gemeindemitgliedern erklären?“, fragt er sich.

Er kenne zwar die Hintergründe der Geschehnisse in Limburg nicht, sagte der Gudensberger Pfarrer Simon Graef, aber für das Ansehen der katholischen Kirche sei es katastrophal, was dort geschehe.

Er hält besonders die Informationspolitik des Limburger Bischofs für schlecht: „Man muss offen auf die Leute zu gehen und die Hintergründe erläutern“, betont Graef. Als Pfarrer könne man auch keine einsamen Entscheidungen treffen, sondern müsse immer seine Gremien befragen.

„Unverständnis und Kopfschütteln“ löse die Affäre um den extrem teuren Bischofssitz in Limburg unter den Gemeindegliedern aus, hat Hubert Ziegler, Gemeindereferent in der Herz-Jesu-Gemeinde Gudensberg, bemerkt. Das Ganze sei ein großes Thema, keiner könne verstehen, wie soviel Geld ausgegeben werden konnte. In den Gemeinden würden wesentlich kleinere Beträge benötigt, zum Beispiel das Don-Bosco-Haus in Gudensberg müsste dringend saniert werden, aber man brauche sich keine Hoffnungen zu machen, dass es dafür Geld gebe. „Man müsste erwarten, dass jemand wie der Bischof selbst einsieht, dass er dort am falschen Fleck ist“, sagt Ziegler.

„Es ist traurig, was alles passiert ist“, sagt Dechant Jörg Stefan Schütz (Fritzlar). Die Kostenentwicklung sei traurig, aber fast noch schlimmer sei, dass das Vertrauen in den Bischof offenbar beschädigt sei. Wenn das auf breiter Front passiert sei, sollte es einen Neuanfang geben. Man müsse aber auch prüfen, ob das Vertrauen wieder herzustellen sei. Schütz betonte, man müsse auch fragen, wer für die Kostenexplosion Verantwortung trage und nannte als Beispiel den Architekten.

Alwin Wagner ist Katholik, war jahrelang Mitglied im Melsunger Pfarrgemeinderat, und er ist sauer: „Papst Franziskus predigt Schlichtheit und ist bescheiden. Sein weitsichtiges Verhalten wird von Bischof Tebartz-van Elst zerstört.“ Nicht nur sein Prunkbau stoße auf, es sei auch die Rede von Erste-Klasse-Flügen. „Der neue Papst lebt Ideale vor und setzt Zeichen, in Bezug auf Tebartz-van Elst müsse er jetzt Taten folgen lassen. Der Bischof verhöhne Katholiken, die ihr Geld für gute Zwecke spendeten. (ula/syg/ode/ddd)

Quelle: HNA

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