Großvater und Enkel über ihre Zeit als Fußballer für den TSV

Fußballspielen beim TSV: Ein Großvater und sein Enkel erzählen

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Enkel und Opa lieben Fußball: Dennis Hillwig aus Vockerode (links) und sein Opa Willi Hillwig aus Spangenberg sind beziehungsweise waren für den TSV Spangenberg aktiv.

Spangenberg. Willi und Dennis Hillwig lieben Fußball – der eine kickte in den 1960er-Jahren für den TSV Spangenberg, der andere steht zurzeit für die erste Mannschaft im Tor. Wir sprachen mit Opa und Enkel über Fußball, das Training und die Moral.

Was ist Ihr Lieblingsverein?

Dennis Hillwig: Schalke.

Nicht der TSV Spangenberg?

Dennis H.: Der TSV ist in meinem Herzen, denn ich bin von Geburt an Mitglied. Der eine Verein ist im Herzen, der andere im Fernsehen.

Willi Hillwig: Mein Verein ist schon immer Eintracht Frankfurt. Und natürlich der TSV Spangenberg.

Warum spielen Sie Fußball?

Dennis H.: Aus Leidenschaft und Spaß am Sport und wegen der Kameradschaft. Mit vielen Mitspielern habe ich seit der Jugend jahrelang zusammengespielt, das ist wie eine kleine Familie.

Dennis Hillwig

Willi H.: Es war ein Zusammensein mit Freunden. Bei jedem Spiel, egal ob wir gewonnen oder verloren haben, sind wir nachher noch zusammen in die Wirtschaft gegangen, auch die Frauen waren mit dabei. Das war ganz toll.

Dennis H.: Ich finde es gut, dass es bei uns keine eingekauften Spieler gibt. Unser Konzept lautet: Spangenberger Jungs für Spangenberg. Das ist echt gut, wir fühlen uns eins.

Wie oft spielen Sie?

Dennis H.: In der Regel haben wir in der Kreisoberliga ein Spiel am Sonntag und zweimal Training, jeweils anderthalb bis zwei Stunden.

Willi H.: Wir hatten damals nur einmal Training pro Woche, das war in der Kreisklasse B. Heute ist der Fußball schneller geworden.

Inwiefern?

Willi H.: Die Fußballer müssen mehr Leistung bringen. Es ist nicht mehr einfach nur das Spiel nach vorne wie früher. Heutzutage ist es viel ausgereifter, was Kraft, Ausdauer, Taktik und das Spielerische betrifft. Wir haben früher Kombinationen und Spielzüge trainiert. Aber zum Spiel am Sonntag mussten wir trotzdem fit sein.

Wie sieht’s mit der Ausstattung aus?

Dennis H.: Uns mangelt es an nichts: Trainingsanzüge, Regenjacken, Ausgehjacken, Tasche mit Schuhfach, Poloshirt.

Willi Hillwig

Willi H.: Das einzige, was die Spieler kaufen müssen, sind die Fußballschuhe.

Dennis H.: Als Torwart bekomme ich auch einen Satz Handschuhe pro Halbserie.

Willi H.: Ohne Sponsoren geht heute gar nichts. Wir hatten zwar auch Trainingsanzüge des Vereins, mussten als Spieler aber was dazuzahlen. Heutzutage müssen die Spieler was geboten bekommen als kleines Dankeschön.

Würden Sie heute nochmal gerne Fußball spielen?

Willi H.: Ja, weil’s einfach Spaß macht. Wenn ich heute nochmal Betreuer wäre, würde ich aber ausrasten. Manche Spieler haben ein arrogantes Auftreten auf dem Platz oder lassen sich beim Training hängen, sind nicht kritikfähig, wissen alles besser. Als Betreuer würde ich die heute heimschicken, dann würde aber der Verein kaputt gehen. Jetzt, wo es bei uns um den Abstieg geht, ist die Mannschaft eine Einheit, auch nach außen hin, und das ist toll.

Dennis H.: Das ist das A und O für den Erfolg.

Was bedeutet das Fußballspielen für Sie?

Dennis H.: Es ist ein Ausgleich zur Arbeit, ich kann mich volles Rohr reinhängen, bei Problemen sind die Jungs aus der Mannschaft da.

Willi H.: Bei uns war mehr Kameradschaft, ich habe Fußball mit Herz gespielt, wir waren unter Freunden. Dafür ist es wichtig, dass die Familie hinter einem steht.

Dennis H.: Der TSV ist wie ein zweites Zuhauses.

Willi H.: Ein zweites Zuhause im Grünen.

Von Claudia Feser

Quelle: HNA

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