Neues Buch beschreibt Restaurierung rund um Schloss Riede

Wieder entdeckte Schönheiten im Park

Markanter Baum: Die uralte Pyramideneiche steht im Landschaftpark am Schloss in Riede. Foto: Verein zur Förderung des Schlosses Riede/nh

Riede. Das Schloss ist markantes Wahrzeichen des Bad Emstaler Ortsteils Riede. Und der umgebende Landschaftspark - von Kennern als „kleine Wilhelmshöhe“ bezeichnet - kann sich nach einer fachkundigen und behutsamen Restaurierung (wir berichteten) wieder sehen lassen. Kaskaden, Teiche, Teufelsbrücke - alle etwas geringer dimensioniert als im Bergpark Wilhelmshöhe - sind Blickfänge, nicht weniger bemerkenswert sind aber jene verborgenen Schönheiten, die sich dem Betrachter erst beim Lustwandeln durch die Weite des Parks offenbaren: Obelisk, Strohtempel, Trauerdenkmal, Pyramideneiche und vieles andere gehören zu einem intelligent entwickelten Ensemble.

Längst überfällig war ein Buch, das dieses von Menschenhand geschaffene Kleinod, das so wirkt, als habe man nur minimal in die Natur eingegriffen, dem Laien näher bringt. Der Verein zur Förderung des Schlosses Riede um seinen Vorsitzenden Norbert Zimmermann hat sich hier verdient gemacht. Der knapp 100-seitige Band „Die kleine Wilhelmshöhe - Schloss und Park Riede“ schildert nicht nur die Wiederentdeckung und Restaurierung, die von den neuen Schlossherren, den Brüdern Kahl, nach dem Kauf 2007 Schritt für Schritt vorgenommen wurde, sondern geht auch in verständlicher Form auf Historisches ein.

Kunst und Natur

Ob es das Geschlecht derer von Meysenbugs ist oder der Einfluss der Ideen des Landgrafen Wilhelm IX. - die Geschichte von Schloss, Gut und Park wird erfahrbar und manche Kuriosität erklärt. Auch, was Riede bis heute den Ruf eines Künstlerdorfes vorausschickt, wird an zahlreichen Beispielen verdeutlicht.

Da der Park ein Grenzbiotop zu den sich anschließenden großflächigen Waldbereichen ist, fehlt auch ein Kapitel über die Artenvielfalt nicht. Hier beschränkt man sich in Riede nicht auf den Erhalt von Grauschnäpper, Steinkauz, Fledermäusen, Wildbienen und Siebenschläfern, sondern fördert den Artenschutz aktiv durch naturnahe Bewirtschaftung. Zum Beispiel durch eine kleine Schafherde, die die Blütenwiesen pflegt. Und auch durch Anlage von Streuobstwiesen und Pflanzung von alten Obstsorten.

Das Buch ist leicht an Gewicht und trotz fundierter Vielfalt an Fachinformationen auch leicht lesbar - man sollte es als Begleiter bei einem Spaziergang durch die kleine Wilhelmshöhe ruhig mitnehmen.

HINTERGRUND

Von Cornelia Lehmann

Quelle: HNA

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