Sanierung der Kapelle Schönberg abgeschlossen – Doch Flieder macht noch Arbeit

Wieder Ruhe für 250 Jahre

Abgeschlossen: von links Gerhard Dickel und Heinz Diehl vom Förderverein der Kapelle Schönberg zeigen sich zufrieden mit dem Abschluss der Sanierungsarbeiten. Fotos: Schittelkopp

Röllshausen. Flieder, die typische Grabbepflanzung des 19. Jahrhunderts, blüht rund um die Kapelle: Nach 15 Jahren sind die Sanierungsarbeiten an der Kappel Schönberg abgeschlossen.

Im sechsten und letzten Bauabschnitt wurden die Außenanlage erneuert, blaue Fliedersträucher gepflanzt sowie Lampen und Bänke aufgestellt. Gerhard Dickel und Heinz Diehl vom Förderverein der Kapelle Schönberg zeigen sich zufrieden mit dem Endergebnis.

„Die Kirche wurde alle 250 Jahre saniert, jetzt haben wir erst einmal Ruhe“, scherzte Heinz Diehl, Schriftführer des Fördervereins. Einsturzgefährdet war das Gotteshaus noch Ende der 1990er Jahre, heute erstrahlt das Wahrzeichen der Schwalm in neuem Glanz.

Bergkegel braucht Pflege

Doch Pflege braucht der Bergkegel auch weiterhin: Die Patenschaftskompanie Schwarzenborn und freiwillige Helfer werden in den kommenden Wochen den Ost- und Südhang vom Gestrüpp befreien. Wer dabei helfen mag, meldet sich bei der Gemeinde oder dem Förderverein.

Auch weitere Idee für die Gestaltung haben Vorsitzender Gerhard Dickel und Heinz Diehl: Für Rollstuhlfahrer oder Menschen, die nicht gut laufen können, ist es unmöglich die Kapelle zu besuchen. Nach einer Lösung wird noch gesucht: Mehrere Varianten standen bereits zur Debatte darunter ein Fahrstuhl oder ein Rampenaufgang. Doch für weitere Maßnahmen fehlt derzeit das Geld. Im Inneren des Chores wurden im Zuge der Sanierung Fresken freigelegt. „Die gesamte Chorwand ist mit Fresken geschmückt“, sagte Dickel. Doch das Freilegen wäre einfach zu kostenaufwendig.

Eine weitere Sorge kommt in vier Jahren auf den Schönberg zu: Dann will sich der Glöckner Heinz Geisel zur Ruhe setzen. Seit zwölf Jahren läutet der 66-Jährige zweimal täglich die drei Glocken für das Dorf. Ist er mal im Urlaub, bleibt es stumm rund um den Schönberg. Kopfzerbrechen bereitet auch die vakante Pfarrstelle Schönberg und Nausis.

Nachdem 1,5 Mio. Euro in das Gotteshaus investiert wurden, bewilligte das Parlament jüngst 1876 Euro für den Abschluss der Außenarbeiten. 10 000 Euro brachte der Förderverein für den letzten Bauabschnitt auf. Im Zuge der Dorferneuerung unterstützte das Land Hessen die Bepflanzung des Bergkegels rund um die Kapelle mit 104 000 Euro. Zu gleichen Teilen waren Schrecksbach und der Förderverein an den Baukosten beteiligt, weniger gaben die Kirche und die Denkmalpflege hinzu. Ein Name fällt im Zusammenhang mit der Kapellensanierung immer wieder: Timm Riedinger. Der Jurist engagierte sich für das Bauwerk und trieb maßgeblich Spenden ein, erzählte sein alter Schulkamerad Heinz Diehl.

Von Claudia Schittelkopp

Quelle: HNA

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