In Berge kämpft man weiter für eine sichere Bushaltestellen-Lösung für die Kinder und Jugendlichen

Wieder Sorge vor dem Schulstart

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An der Straße entlang: Der Weg von der Bushaltestelle an der Bundesstraße bis nach Berge ist für Fußgänger nicht ungefährlich.

Berge. Sie fühlen sich vertröstet, hingehalten, nicht ernst genommen und finden dafür deutliche Worte. Michael Schwarz, Jörg Dreytza und Sonja Wiederrecht aus Berge haben Angst vor dem Tag, an dem ein Schulkind aus Berge von einem Auto erfasst und verletzt wird.

Denn das sei nur eine Frage der Zeit. Die Berger kämpfen für eine Bushaltestelle in Dorfnähe.

Auf die gefährliche Situation für Schulkinder haben sie längst Politiker aller Fraktionen aufmerksam gemacht. Es gab Ortstermine, Begehungen, Unterschriftenlisten, Kostenanalysen, Versprechen, Gespräche mit den Menschen im Nachbarort Mardorf und sogar eine Bus-Probefahrt. Doch mehr sei bislang nicht passiert.

„Wir wollen keine teure, sondern eine sinnvolle Lösung für unsere Kinder im Dorf. Ihre Sicherheit muss vorgehen“, sagt Jörg Dreytza.

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37 Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren leben derzeit in Berge, die meisten seien täglich mit dem Bus unterwegs, sagt Ortsvorsteher Schwarz. Doch bis sie in einen Bus einsteigen können, ist es oft ein weiter Weg. Nicht alle Busse fahren den Ortskern an.
Die Folge: „Die Kinder müssen entlang der Straße aus dem Ort bis zur Bundesstraße gehen. Einige müssen sogar die Bundesstraße überqueren, um nach Fritzlar in die Schule gefahren zu werden“, sagt Schwarz und betont, dass es weder einen Fußweg, noch Beleuchtung entlang der Strecke gebe. Außerdem sei der Weg nicht gerade – schlecht einsehbar. Und: „Viele Autofahrer sind dort schnell unterwegs“, ergänzt Sonja Wiederrecht. Die Straße grenze an Felder und dort stehe oft das Getreide hoch und die Kinder seien dann erst spät zu erkennen, weiß Schwarz. Eine Ampelanlage oder einen Zebrastreifen sucht man vergeblich.

Beides fordern die Berger auch nicht. Sie wollen lediglich eine Bushaltestelle in unmittelbarer Nähe des Dorfes. Ohne großen Schnickschnack.

Jörg Dreytza, Sonja Wiederrecht und Michael Schwarz (von links)

Jetzt beginne bald wieder die Schule und man sei noch keinen erkennbaren Schritt weiter. Jedoch werde jetzt häufiger an den Bushaltestellen an der Bundesstraße geblitzt. „Vermutlich lohnt es sich dort“, sagt Dreytza und lacht. Ein bitteres Lachen, denn je schneller die Autofahrer auf der Bundesstraße unterwegs sind, desto größer die Gefahr für die Kinder. „Wir wissen nicht mehr, was wir noch machen sollen“, sagt Ortsvorsteher Schwarz. Er, Dreytza und Wiederrecht haben den Eindruck, dass die Entscheidung auf die lange Bank geschoben werde.

Bis die zuständigen Behörden entschieden haben, hoffen die Berger darauf, dass ihren Kindern auf dem Weg zur Schule nichts passiert. „Viele Eltern fahren ihre Kinder zur Bushaltestelle, andere bringen sie hin oder holen sie ab“, sagt Sonja Wiederrecht. Doch auch das sei nicht ungefährlich.

Von Maja Yüce

Quelle: HNA

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