Wildkatze ist wieder da: Seltenes Tier lebt am Rödeser Berg

Wildkatze entdeckt: Auf dem Rödeser Berg, direkt bei den Windrädern, hat Hilmar Bergmann das seltene Tier ganz gemütlich über den Schotterweg laufen sehen. Fotos: Ricken (2)/ Archiv (1) 

Nothfelden. Wildkatzen sind extrem scheu, nachtaktiv und selten zu beobachten. Deshalb traute Hilmar Bergmann erstmal seinen Augen nicht, als das Tier, ohne ihn zu bemerken, gemächlich die Schotterpiste bei den Windrädern am Rödeser Berg überquerte.

Der Wolfhager, Vorstandsmitglied beim Naturschutzbund (Nabu), hatte sich nach einer Regenschauer mittags auf den Weg zum Rödeser Berg bei Nothfelden gemacht. Nach einem Blick durchs Fernglas war die Sache für Bergmann zweifelsfrei klar: „Sie hatte diese für Wildkatzen typische verwaschene graue Farbe und charakteristische dunkle Ringe um einen buschigen Schwanz.“ Der Wolfhager vermutet sogar, dass es sich um ein weibliches Tier handelt, dass in der Nähe seinen Nachwuchs aufzieht.

Dass die Wildkatze in der Region wieder heimisch geworden ist, ist nicht ganz neu. Allerdings findet es Bergmann interessant, dass dieses Tier offenbar in unmittelbarer Nähe der Windräder lebt. Ihr Vorkommen war im Vorfeld der Aufstellung nachgewiesen worden. „Vermutlich sind die Tiere beim Bau der Windräder zeitweise vertrieben worden und nun zurückgekehrt“, freut sich der Wolfhager Naturschützer.

Die Freiflächen rund um die Windräder wären sogar für die Nahrungssuche interessant, weil Beutetiere hier leichter zu fangen seien. Das von ihm beobachtete Exemplar habe sich nach dem Regenguss wohl auf dem sonnigen Plateau trocknen wollen.

Holz mit Baldrian besprüht: Wenn sich die Wildkatze daran reibt, bleiben Haare für Untersuchungszwecke daran hängen.

Hilmar Bergmann möchte den Nachweis erbringen, dass die Wildkatze wieder am Rödeser Berg lebt. Deswegen hat er in der Nähe Holzstäbe an geeigneten Stellen in den Waldboden gesteckt und mit Baldrian-Lösung besprüht. Um Wildkatzen aufzuspüren, nutzt man ihre Vorliebe für Baldrian, die sie mit Hauskatzen teilen. Die angelockten Tiere reiben sich gerne an der duftenden Stelle.

Im günstigsten Fall bleiben einige Haare, eingeklemmt im Holz, zurück. Die Haare werden mit Pinzetten abgesammelt und im Labor genetisch untersucht. Durch die Genanalysen kann sicher festgestellt werden, ob die jeweiligen Haare von einer Wildkatze stammen. Diese Holzpfähle kontrolliert Hilmar Bergmann jetzt regelmäßig. (ewa)

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Quelle: HNA

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