Bärenmädchen Alexa hat Ausgang

Im Wildpark Knüll ist der kleine Bär los

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Bärige Gesellschaft: Mama-Bär und Baby-Bär im Wildpark Knüll.

Homberg. Sie ist der Star im Wildpark Knüll: Das im Januar geborene Bärenmädchen Alexa hat jetzt Ausgang ins Bären- und Wolfsgehege.

Zusammen mit Mutter Onni tapste sie das erste Mal über Stock und Stein, kratzte an Stämmen und erkundete das für sie unbekannte Terrain.

Vater Balu hingegen musste draußen bleiben. „Die größte Bedrohung für Bärenjunge sind die Bärenmännchen“, sagte Dr. Wolfgang Fröhlich, Leiter des Tierparks. In der Natur seien Bären Einzelgänger, und daher nicht daran gewöhnt, von Nachwuchs umgeben zu sein.

Auch wenn Balu ein eher friedliches Gemüt besitze, wolle man gewiss sein, dass sich Alexa im Notfall in Sicherheit bringen kann: Dafür muss sie das Gelände gut kennen und noch dazu gut klettern können. Da der 280 Kilo schwere Bärenvater nicht klettere, sei sie im Falle eines Falles auf einem Baum vor ihm sicher.

Balu aber stellt nicht die einzige mögliche Gefahr dar. Auch vor den Wölfen muss sich das Bärenjunge in Acht nehmen. Das sechsköpfige Wolfsrudel aber hielt sich am Montagvormittag während Alexas erstem Ausgang im hinteren Teil des Geheges auf und schaute sich das Geschehen interessiert aus der Entfernung an. In den ersten Stunden hatte Onni mehrfach neugierige Wölfe verscheucht, als diese der kleinen Alexa zu nahe kamen.

Mehrere Tierarten in einem Gehege zu halten sei wesentlich spannender für die Besucher, sagte Fröhlich, denn da passiere mehr. Die Bären und das Wolfsrudel müssten nun die Regeln des Zusammenlebens miteinander ausmachen.

Dennoch habe man erst sicher gehen wollen, dass Alexa soweit entwickelt sei, dass man sie mit den Wölfen zusammen lassen könne.

Alexa aber war der Umzug nicht geheuer: Das um die 20 Kilo schwere Tier zögerte, der Mutter zu folgen, als Tierpflegerin Elisabeth Lochner die Tür öffnete. Doch flott gewöhnte sie sich an das Terrain, verputzte Birnenstücke und Salat. „Alexa wird zwar noch gesäugt, probiert aber jetzt schon alles, was auch die Mutter frisst“, sagte Lochner.

Wenn sie ausgewachsen ist, wird sie wahrscheinlich das Gewicht ihrer Mutter haben - die wiegt um die 180 Kilo.

Das niedliche Bärenmädchen ist aber auch mutig: Binnen kurzer Zeit sprang sie immer weiter weg von ihrer Mutter und nahm sogar ein Bad im Teich. Sie flitzte über Stock und Stein, um sich dann wieder vergnügt mit der Mutter zu balgen.

Bei diesen Erkundungen können die Besucher die Bärin und ihr Junges nun im Gehege beobachten. Im Wechsel mit Vater Balu werden sie dort je einen halben Tag verbringen. Denn auch Balu brauche genügend Auslauf, um ausgelastet zu sein, sagte Umweltpädagogin Sara Engelbrecht.

Von Christine Thiery

Bärenmädchen Alexa zeigt sich im Gehege

Quelle: HNA

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