Wildpark Knüll: Mehr Besucher, weniger Geld

Schwalm-Eder. So viele Besucher wie lange nicht kamen 2014 in den Wildpark Knüll. Fast 70.000 Besucher wurden gezählt. Zum Vergleich: 2013 waren es 56.000 Besucher.

Doch obwohl es eines der besten Jahre seit der Eröffnung der Bären- und Wolfsanlage 2007 war, herrscht im Wildpark nicht nur Jubelstimmung. Denn trotz des großen Zuspruchs fehlt es an Geld.

„Die dritte Einnahmesäule ist weggebrochen“, erklärt Vize-Landrat Winfried Becker. Die Zinseinnahmen, das dritte Standbein der Eigenbetriebe, seien eingebrochen. In den vergangenen fünf Jahren habe man jährlich 300.000 Euro weniger an Zinsen erzielt. „Wir hatten mal Zinsen von 500.000 Euro für den Eigenbetrieb“, sagt Kerstin Schwab, Leiterin des Eigenbetriebs Jugend- und Freitzeiteinrichtungen des Schwalm-Eder-Kreises. Diese Zeiten seien vorbei.

Der Wildpark schreibe keine schwarzen Zahlen. Doch stelle man den Betrieb nicht infrage. Der Wildpark sei unumstritten, so Becker.

Die Rechnung, die man anstellt, ist nicht nur eine betriebswirtschaftliche. Der Wildpark ist laut Becker der touristische Magnet des Landkreises. Etwa die Hälfte der Besucher kommt aus ganz Nordhessen und dem benachbarten Ausland. Hinzu kommt die Umweltbildung.

Insgesamt wurden 243 Führungen angeboten. „Etwa 4800 Besucher haben an den Veranstaltungen von Fütterungen bis hin zu Spezialführungen und Ferienwochen teilgenommen“, sagt Wildparkleiter Dr. Wolfgang Fröhlich. Noch nicht mitgerechnet seien die Wildparkfeste. „Man kann davon ausgehen, dass wir noch wesentlich mehr Menschen erreichen, als die Zahlen aufzeigen“, sagt Winfried Becker.

Dennoch: Die geringeren Einnahmen sorgen dafür, dass 2015 fast nur Instandhaltungsarbeiten möglich sein werden. Und: Das neue Eulengehege wird zum Saisonstart fertig sein.

Von Maja Yüce

Quelle: HNA

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