Ganzkörper-Futter fördert die Gesundheit der Raubtiere

Wildpark Knüll: „Tiere verfüttern ist vernünftig“

Luchse fressen Fleisch: Im Wildpark Knüll bekommen die Tiere unter anderem auch Ganzkörper, etwa von Meerschweinchen, als Futter. Foto: Archiv

Schwalm-Eder. In Dänemark laufen Tierfreunde Sturm: Dort ist eine Zoo-Giraffe getötet und an Löwen verfüttert worden. Doch auch in manchen deutschen Zoos sind zum Beispiel Streicheltiere nicht nur zum Streicheln da, sie werden an Raubtiere verfüttert – auch im Wildpark Knüll ist das so.

Artikel aktualisiert um 13.12 Uhr.

Der Wildpark verfüttere Ziegen, Meerschweinchen, Küken, Kaninchen und Co. aus eigenem Bestand, entweder komplett oder zerteilt. Das mache etwa 15 Prozent der Futtermenge aus, sagt Wildparkleiter Dr. Wolfgang Fröhlich. Er sieht viele Vorteile darin: „Gerade die Luchse brauchen Ganzkörper, sie nehmen durch die Knochen Kalzium und Kalium sowie weitere Vitamine und Mineralstoffe auf.“ Außerdem werde damit für die Zahnreinigung gesorgt. „Wir können den Luchsen ja nicht die Zähne putzen“, sagt Dr. Fröhlich. Durch die aufgenommenen Haare werde zudem die Darmreinigung angeregt. Und auch für das soziale Gefüge im Gehege sei diese Art der Fütterung wichtig. „Da geht es darum, wer in einem Rudel zuerst fressen darf“, erklärt Dr. Fröhlich. Allein aus diesen Gründen sei das Verfüttern von Ganzkörpern an Raubtiere sinnvoll.

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Das sieht auch der für den Wildpark zuständige Erste Kreisbeigeordnete Winfried Becker so: Es gehöre auch zur Umweltbildung, dass man den Besuchern des Parks dieses Vorgehen erklärt. Mit diesem offenen Umgang mit dem Thema habe man bislang keine schlechte Erfahrung gemacht. „Wer Raubtiere zeigen will, muss auch für deren Futter sorgen“, so Dr. Fröhlich.

Man habe mal versucht, die Raubtiere über Vitamin-Präparate zu versorgen. „Wir haben das Rindfleisch damit paniert.“ Doch hätten das die Luchse nicht angenommen, und beim Versuch, die Eulen mit Gulasch statt mit Küken zu füttern, hätten diese keine Speiballen mehr ausgewürgt und drohten einzugehen.

Von Maja Yüce 

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Quelle: HNA

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