Untersuchungen an  Wildschweinen: Kaum radioaktive Belastung im Fleisch

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Bedenkenloser Genuss: Das Wild im Wolfhager Land ist nicht radioaktiv belastet. Im Herbst vergangenen Jahres war das Fleisch von zehn erlegten Wildscheinen gammaspektrometrisch untersucht worden. Der Cäsium-137-Gehalt lag mit zwei bis 15 Becquerel pro Kilogramm Feuchtmasse weit unter dem Grenzwerten von 600 Becquerel.

Wolfhagen. Im Herbst vergangenen Jahres waren zehn in den Wäldern des Wolfhager Landes erlegte Wildschweine auf ihre radioaktive Belastung hin gammaspektrometrisch untersucht worden.

Die Strahlenbelastung des heimischen Wildes scheint sehr gering zu sein. Uwe Zindel, Leiter des Forstamtes Wolfhagen, stützt seine Aussage auf Laborergebnisse. Die stammen vom Hessischen Landesamtes für Umwelt und Geologie. Danach schwankte der Cäsiumgehalt im Fleisch zwischen zwei und 15 Becquerel pro Kilogramm Feuchtmasse. Der Grenzwert liegt bei 600 Becquerel. Cäsium-137 ist eines der Spaltprodukte, das bei der technischen Nutzung von Kernenergie entsteht.

Nach der Reaktorkatastrophe in Fokushima seien die Menschen gegenüber radioaktiver Strahlung wieder sensibler geworden, sagt Zindel. So habe es im vergangenen Herbst zur Pilzsaison Fragen aus der Bevölkerung nach der Belastung von Wildschweinen gegeben. Vor allem wollten die Menschen wissen, ob nach dem Reaktorunfall von Tschernobyl im Jahr 1986 Wälder und Tiere noch radioaktiv verseucht seien. „Das haben wir natürlich ernst genommen“, sagt Zindel, der die Untersuchung veranlasste. Nach dem Resultat kommt er zu dem Schluss: „Wir können uns alle nach wie vor auf das hochwertige Wildbret aus unseren Wäldern freuen.“

Im Gegensatz zu Regionen in Bayern und Baden Württemberg waren und sind die Cäsium-137-Werte in Nordhessen deutlich geringer. Wie Dr. Johannes Berger von Landesbetrieb Hessisches Landeslabor sagt, hänge das damit zusammen, dass der radioaktive Regen damals vor allem in Süddeutschland niedergegangen sei. Untersuchungen des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit an Wildpilzen im Jahr 2010 bestätigen das: Bei neun von 136 überprüften Pilzen war der Grenzwert für Radiocäsium überschritten.

Die Kontrollen an Tieren aus den Wäldern im Wolfhager Land lassen laut Zindel auch Rückschlüsse auf die Belastung der Natur zu. Denn das Wild ernährt sich unter anderem von Pilzen. Wenn das Fleisch in Ordnung sei, müsse das auch für den Waldboden gelten und die Pflanzen, die auf ihm wachsen.

Das Wild aus dem Habichtswald und dem Reinhardswald wird im Waldladen des Forstamts angeboten. Der Laden ist zertifiziert nach dem Gütesiegel „Gutes aus Hessen“. In die Zertifizierung und die damit verbundenen Kontrollen sei die gesamte Bereitstellungskette eingebunden, sagt der Forstamtsleiter. (ant)

Quelle: HNA

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