Silvia Wagner arbeitet seit elf Jahren für den Ernährungslösungshersteller PNS

Sie will Menschen helfen

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Alles unter Kontrolle: Silvia Wagner hat Pharmazie studiert und ist bei der B.Braun-Tochter Professional Nutrition Services (PNS) für die Freigabe der Produkte zuständig.

Melsungen. Es ist nicht nur sauber, sondern rein am Arbeitsplatz von Silvia Wagner. Die 35-Jährige arbeitet für die B.Braun-Tochter Professional Nutrition Services (PNS) an der Nürnberger Straße.

Schon immer wollte Wagner, die in Marburg Pharmazie studiert hat, in die Arzneimittelproduktion. „Ich will Menschen helfen“, sagt die junge Frau, die in ihrer Freizeit gern Sport macht und Posaune spielt. Außerdem reizt sie, dass an ihre Arbeit die höchsten Anforderungen gestellt werden.

PNS produziert unter strengsten hygienischen Bedindungen und Auflagen Ernährungslösungen in kleinen Mengen, die ganz individuell auf die Bedürfnisse ihrer Empfänger abgestimmt sind. In erster Linie sind das Dialysepatienten.

„In diesem Bereich gibt es keine Standardlösungen“, sagt Geschäftsführer Oliver Eichhorn. Aber auch Krebspatienten und Kinder bekommen solche Lösungen, die eine komplette Ernährung darstellen können oder einer Mangelernährung vorbeugen sollen. Die Lösungen werden über die Vene verabreicht.

200 Beutel werden täglich im Auftrag von Apotheken aus ganz Deutschland hergestellt. „Theoretisch könnte es sein, dass das 200 komplett unterschiedliche Mischungen sind“, sagt Silvia Wagner, die in Morschen lebt.

Die 35-Jährige ist als Qualified Person (Sachkundige) für die Freigabe der Produkte zuständig. Sie ist eine Frau der ersten Stunde. 2002 startete PNS mit der Produktion der Ernährungslösungen, seitdem arbeitet Wagner an der Nürnberger Straße.

Das Herz der Produktion ist der Reinraum. Dort werden Glukose, Aminosäuren, Lipide und Elektrolyte nach den Vorgaben auf den Rezepten gemischt.

Pumpen regeln die Menge der einzelnen Komponenten. Im Labor wird überprüft, ob die Zusammensetzung stimmt. Morgens und abends werden Muster produziert, anhand derer die Sterilität nachgewiesen wird. Alles, was verarbeitet wird, muss durch eine strenge Qualitätskontrolle, selbst die Arbeitskleidung wird geprüft.

Die Mitarbeiter im Reinraum, in den man nur durch mehrere Schleusen gelangt, arbeiten an drei Werkbänken. Alles wird mehrfach desinfiziert, Filter- und Klimaanlage sorgen für Reinluft.

Und damit sie das auch bleibt, ist der Luftdruck im Reinraum höher als in den anderen Räumen drum herum, erklärt Wagner. Das hat den Effekt, dass nichts in den Raum hingeblasen werden kann, etwa wenn die fertigen Beutel durch eine Schleuse den Reinraum verlassen.

„Das wichtigste Gut“, sagt Wagner, „sind die Mitarbeiter.“ Qualifikation, Vertrauen und Teamgeist seien für die verantwortungsvolle Arbeit enorm wichtig. „Man kann alle Prozesse absichern, aber ein Restrisiko bleibt.“

Damit das möglichst gering bleibt, wird nicht nur alles mehrfach kontrolliert, sondern auch ausführlich dokumentiert.

Kühlkette nicht unterbrechen

Jeder Beutel hat eine eigene Chargennummer, die Kühlkette darf nicht unterbrochen werden. Zu jedem Beutel, der bei PNS produziert wird, gibt es zum Beispiel ein Protokoll, das sechs Jahre aufbewahrt werden muss.

Quelle: HNA

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