Er will nach ganz oben

Countertenor Oswald Musielski möchte internationalen Durchbruch schaffen

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Will hoch hinaus: Countertenor Oswald Musielski auf dem Rondell an der Totenkirche in Treysa.

Willingshausen. „Wenn die Zuschauer auf meinen Konzerten die Augen schließen, hören sie eine Frau. Auf der Bühne steht aber ein Mann.“ So beschreibt Oswald Musielski die Auftritte mit seiner außergewöhnlichen Stimme.

Der Countertenor kann über viereinhalb Oktaven singen. Dafür hat er hart trainiert. Schon mit fünf Jahren hat er angefangen zu singen. Sechs bis acht Stunden täglich hat er als Kind geübt. „Durch dieses Training habe ich quasi nie meine Kinderstimme verloren“, sagt Musielski.

Jetzt will der 25-Jährige mit der besonderen Stimmfarbe den internationalen Durchbruch schaffen. „2014 will ich ganz groß rauskommen“, sagt er.

Geplant sind 50 Konzerte unter anderem in den USA und Europa. „Ich habe mir genau überlegt, wie ich mich als Marke präsentieren will“, sagt der Sänger. Dabei wird nicht nur seine Stimme eine Rolle spielen. Auch mit seinen extravaganten und schrillen Outfits fällt der Willingshäuser auf.

Gerne trägt er Klamotten mit Glitzer und Pailletten – Hauptsache extravagant und provokant. Alle Outfits entwirft er selbst und lässt sie maßschneidern. So zum Beispiel auch seine 400 Euro teuren Cowboy-Stiefel aus Amsterdam. Sie sind mit Swarovski-Steinen verziert. „Ich will nichts tragen, was jeder hat.“ Und das hat seinen Preis. Mit den Klamotten in seinem Kleiderschrank könne er sich ein Haus kaufen, verrät Musielski und lacht.

Ungewöhnlicher Stilmix

Auch musikalisch will der 25-Jährige einen ungewöhnlichen Stilmix wagen. „In meinem neuen Programm werde ich die Musikrichtungen Klassik und Soul miteinander verbinden“, kündigt er an. Soulgrößen wie Whitney Houston und Barry White faszinieren den Countertenor. Die Künstler würden auf seinen Konzerten aber nicht einfach kopiert werden. „Ich werde etwas ganz eigenes daraus machen.“

Und welches Outfit wird Musielski bei seinem ersten Auftritt im kommenden Jahr tragen? „Das verrate ich noch nicht“, sagt er mit einem breiten Grinsen. Nur so viel: Es werde ein Outfit in den Farben Schwarz und Weiß – diese seien seine Lieblingsfarben. Und Glitzer dürfe natürlich auch nicht fehlen, betont der Sänger.

Trotz seiner Liebe zu gewagten Outfits will sich der Countertenor dem Publikum seriös präsentieren: „Ich will nicht wie ein Paradiesvogel rüberkommen“, sagt er. Aufgeregt ist Musielski nicht. Im Gegenteil: Auf den großen Bühnen fühle er sich frei und schwerelos.

Am liebsten trete er in den USA auf, verrät Musielski. Ihm gefällt, dass die Menschen dort sehr offen seien und es keinen interessiere, welche Klamotten man trage. Auch in Polen, seiner Heimat, würde Musielski gerne mal wieder auf der Bühne stehen. Acht Jahre war er nicht dort. „Mich interessiert, wie die Leute in meiner Heimat auf mich reagieren würden.“

Bis zu seinem 40. Geburtstag will der ehrgeizige Countertenor ausgesorgt haben. „Dann kann ich hoffentlich sagen, ich habe die Leute glücklich gemacht und jetzt ist Schluss.“

Von Nina Thöne

Quelle: HNA

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