Erst 21 Jahre alt: Sebastian Jacobmeyer wird bald evangelische Gottesdienste halten

Er will ein Zeichen setzen

Ehrenamtliches Engagement: Sebastian Jacobmeyer mit Pfarrerin Sabine Georges aus Riebelsdorf freut sich darauf, zum Lektor ausgebildet zu werden. Foto: Ritter

Röllshausen. „Ich möchte als junger Mensch andere junge Menschen für das Ehrenamt und für die Kirche begeistern“, sagt Sebastian Jacobmeyer. Er beginnt in Kürze seine Ausbildung zum Lektor der evangelischen Kirche. Das Besondere: Er ist erst 21 Jahre alt.

„Angesichts der Zusammenlegung von immer mehr Pfarrstellen kommt der ehrenamtlichen Tätigkeit der Lektoren immer größere Bedeutung zu“, sagt Pfarrerin Sabine Georges aus Riebelsdorf, die Jacobmeyer in seinem Vorhaben unterstützt.

Arbeit im Altenheim

Er hatte Georges bei seiner Arbeit als Altenpfleger im Altenheim St. Martin in Neukirchen kennengelernt, wo sie Mitglied im Vorstand ist. Gerade die Arbeit in der Pflegeeinrichtung, wo er vor seiner Ausbildung ein freiwilliges Praktikum absolviert hatte, festigte den Glauben des christlich erzogenen jungen Mannes.

„Besonders der älteren Generation bedeuten der Glauben und die Kirche sehr viel“, erzählt er. Ihr Glaube und ihr Vertrauen in Gott haben ihn beeindruckt und nachhaltig in seiner Entscheidung beeinflusst.

Mit seinem Engagement in der Kirche möchte er mit seinen 21 Jahren aber auch ein Zeichen für junge Menschen setzen. Seiner Wahrnehmung nach bringen sich diese immer seltener in die Kirche ein.

Doch auch die Kirche müsse sich noch mehr gegenüber den Jugendlichen öffnen, obwohl schon viele Angebote bestehen und der Konfirmandenunterricht beispielsweise heute viel kreativer gestaltet werde, als noch vor einigen Jahren.

Viele würden argumentieren, auf Grund von Belastungen in Beruf und Schule fehle die Zeit für ein Ehrenamt. Diesen Menschen entgegnet der engagierte Röllshäuser: „Es ist möglich, Freiräume zu schaffen, sofern man es wirklich will.“ Ein Ehrenamt sei keine lästige Pflicht, sondern eine Herzensangelegenheit. Dabei gebe man nicht nur, sondern bekomme auch unglaublich viel zurück.

Jacobmeyer selbst ist neben seinem Beruf als Altenpfleger in der Feuerwehr sowie im Schwälmer Mundarttheater in Röllshausen aktiv.

In einigen Tagen beginnt der 21-Jährige seine achtmonatige Lektorenausbildung in Bad Hersfeld. Dabei wird er von Ende Juli bis März 2015 immer an zwei Tagen im Monat all das erlernen, was es braucht, um einen Gottesdienst zu gestalten und zu halten.

Lesepredigten möglich

Ein Lektor schreibt zwar keine eigenen Predigten, darf aber die von der evangelischen Kirche zur Verfügung gestellten sogenannten Lesepredigten nach seinen Wünschen verändern. Während der Ausbildung steht außerdem viel Rhetorik auf dem Programm. Wie stelle ich mich hin beim Sprechen? In welcher Geschwindigkeit und Lautstärke muss ich reden?

Jacobmeyer freut sich auf die spannende Herausforderung und seine zukünftigen Aufgaben in seiner Kirchengemeinde. Dort darf er dann einen Pfarrer vertreten.

Von Barbara Ritter

Quelle: HNA

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