Bewegung kennt er nur aus Computerspielen

Er will nur ins Ziel: Zwestener Gamer startet beim Duathlon

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Bereit für den Duathlon: Justin Kiese von der Christophorusschule geht gut ausgerüstet in den Wettkampf. Im vergangenen Jahr machte er noch in Jeans und Parka mit.

Oberurff. Bewegung kennt er nur aus Computerspielen. Gas geben und Geschwindigkeit erleben: Das fasziniert Justin Kiese an seinen Rollenspielen. Jetzt geht es auf die Strecke. Der Zwestener startet beim Duathlon.

Der 18-Jährige ist das, was man in der Spiele-Branche einen Gamer nennt. Er sitzt fast den ganzen Tag in seinem Zimmer, spielt am liebsten rund um die Uhr am Computer. Vor die Tür geht er nur selten.

„Ich bin nicht sportlich veranlagt“, sagt der 18-Jährige. Dass er vor einem Jahr beim Viktoria-Duathlon in Großen-englis angetreten ist, war bemerkenswert. Dass er sich am Samstag wieder auf die Strecke begibt, erst recht.

„Ich nehme alles, wie es kommt.“ 

Blaue Jeans, ein grüner Parka und ein mittelmäßiges Fahrrad. Was nach Freizeitkluft klingt, war damals seine Sportausrüstung. Zusammen mit seinen Mitschülern hatte er sich auf den Wettbewerb vorbereitet. Das Ziel: einfach ankommen. Kiese kommt an. Als Vorletzter seiner Klasse. 2 Stunden, 11 Minuten und 52 Sekunden braucht er für 2,5 Kilometer Laufen, 21 Kilometer Radfahren und 2,5 Kilometer Radfahren. Er gewinnt den Kampf gegen den inneren Schweinehund und die Wette gegen seinen Lehrer Marcel Krug. Im Ziel spendiert Krug seinem Schüler die versprochene Bratwurst. „Es ist ein schönes Gefühl, wenn man weiß, dass man etwas geschafft hat“, sagt Kiese rückblickend.

Manch einer hätte anschließend das Rad in die Ecke gestellt und von Sport nichts mehr wissen wollen. Nicht aber Justin Kiese. Der 18-Jährige macht als einziger seiner Klasse weiter. Seit diesem Schuljahr trainiert er mit der Triathlon-AG der Christophorusschule. Wenn die Truppe ihre Runden dreht, fährt Kiese oft hinterher. „Ich halte nicht so lange durch“, sagt der junge Mann. Aber er steckt nicht auf. Er fährt immer wieder Rad, joggt und ackert beim Zirkeltraining. Der Sport tut ihm gut. Kiese lernt sich und die Gegend besser kennen.

Eine bessere Zeit 

Trainingspläne und große Vorbereitung sind seine Sache nicht. „Ich bin nicht der große Planer. Ich nehme alles, wie es kommt“, sagt der Zehntklässler. Trotzdem steht sein Ziel für das Junioren-Rennen (5 Kilometer Laufen, 21 Kilometer Radfahren, 2,5 Kilometer Laufen) am Samstag fest: Kiese will durchkommen. Am liebsten mit einer besseren Zeit als bei der Premiere. Marcel Krug, der mit Rolf Kather die Triathlon-AG leitet, ist sich sicher: Der 18-Jährige schafft das. Er profitiert von seiner Erfahrung - und einem flotten Rennrad. Krug setzt auf Tradition. Im Ziel gibt es wieder eine Wurst. „Nur den Parka konnte ich ihm ausreden.“

Quelle: HNA

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