Oswald Musielski steht gern im Mittelpunkt

Countertenor provoziert mit schillernder Erscheinung

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Pailletten, Glitzer und Extravaganz: Countertenor Oswald Musielski liebt es, wenn ihm die Blicke folgen und er mit seinem ausgefallenen Kleidungsstil auffällt.

Willingshausen. Im Mittelpunkt stehen, alle Blicke auf sich lenken und sich von der Masse abheben. Was für viele ein Albtraum ist, ist das Lebenselixier von Oswald Musielski. Der 24-jährige Countertenor liebt es aus dem Rahmen zu fallen und zu provozieren.

Der gebürtige Pole ist eine extravagante und schillernde Erscheinung, der man in seiner Wahlheimat Willingshausen hinterherschaut. Und das genießt Musielski.

„Ich provoziere sehr gerne. Die Provokation macht meine Person aus“, sagt Oswald Musielski, während er seine Beine übereinander schlägt. Der 24-Jährige trägt Cowboyboots, dazu eine enganliegende Lederhose, einen schwarzen Overall und darüber ein Pelz.

Der Wunsch sich mit dem eigenen Aussehen abzuheben hat Musielski schon seit seiner Kindheit. Die Kleidung, die seine Mutter ihm gekauft hat, habe ihm nicht gefallen, erzählt Musielski. „In der ersten Klasse hab ich mich manchmal vier Mal am Tag umgezogen, weil ich mich nicht wohl gefühlt habe.“

Mit dem Beginn seiner Karriere, konnte Musielski auch die Kleiderfrage selbst in die Hand nehmen. Die ersten Auftritte hatte der Countertenor mit elf Jahren. Die Kleidung durfte seine Mutter ab da nicht mehr herauslegen.

Der elfjährige Musielski wollte selbst entscheiden was er trägt. Mit seiner ersten Gage und einer Skizze in der Hand ging er zum Schneider und sagte: „Ich weiß was ich will. So soll es aussehen.“

Und das macht Musielski bis heute so. Die meisten seiner Kleidungsstücke fertigt eine Schneiderin nach seinen eigenen Skizzen an. Pro Monat gibt der Musiker etwa 1000 Euro für Kleidung aus.

Seinen Stil beschreibt der Countertenor als eine Mischung aus Geradlinigkeit und Pracht. Eine Pracht in Schwarz, seine bevorzugte Farbe. „Die Farbe kann für so vieles stehen. Sie kann elegant wirken oder schlicht je nachdem was man dazu trägt. Die Acessoires sind das Wichtigste“, sagt Musielski. Mit Acessoires meint Musielski seine Handtaschen und seine über 200 Paar Schuhe. Die goldglitzernden und mit Pailletten besetzten Schuhe sehen alles andere als bequem aus. Bequem, das passt nicht zu Musielski. „Etwa dreimal pro Jahr trage ich mal eine Jogginghose“, sagt der Sänger.

Mit seinem Stil will er niemanden kopieren. Mode ist seine persönliche Phantasiewelt. Und die soll bunt sein, voller Glitzer und einmalig. „Ich will mich zur Normalität abgrenzen. Ich bin wer ich bin und will auch kein anderer werden“, sagt der 24-Jährige.

Einmalig ist der Countertenor auch auf der Bühne. Seine Stimme reicht über viereinhalb Oktaven. Dazu kommt zu jedem Auftritt das passende Outfit. Musielski trägt kein Bühnenkostüm zweimal. „Das was ich anhabe kennt niemand. Nur meine Schneiderin und ich wissen, was ich beim Auftritt tragen werde.“

• Heute (26.10.) tritt Oswald Musielski ab 19.30 Uhr in der katholischen Heilig Geist Kirche in Treysa auf. Richard Strauss und andere klassische Komponisten stehen genauso auf dem Programm wie moderne Filmmusik aus Bodyguard oder Stücke von John Lennon. Was der 24-Jährige allerdings heute Abend tragen wird, bleibt sein Geheimnis. Nur soviel verrät Musielski: „Schwanensee ist das Thema. Da ist mein Outfit dran angepasst.“

Von Ann-Krisin Herbst

Quelle: HNA

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