Noch bis 28. April

Grimm-Ausstellung in der Kunsthalle erweist sich als Erfolg

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Exklusiv für Willingshausen: Der Vorsitzende der Vereinigung Malerstübchen Helmut Geißel freut sich über den Erfolg der Grimm-Ausstellung, hier vor einem Werk, das Rudi Hurzlmeier eigens für die Präsentation in der Kunsthalle anfertigte.

Willingshausen. Es ist die Symbiose aus Bildern und Texten, aus Erinnern und Neuentdecken, die den Reiz dieser besonderen Auswahl ausmacht: In der Willingshäuser Kunsthalle lassen mehr als 80 Illustrationen, Bilderbögen und Cartoons eintauchen in die Märchenwelt der Brüder Grimm.

Noch bis Sonntag, 28. April, ist die Ausstellung der Vereinigung Malerstübchen „Grimms Märchen im Bild“ zu sehen.

Schon jetzt zeichnet sich das Gelingen der kleinen, aber äußerst feinen Bilderschau ab: Immerhin 1000 Besucher fanden bis jetzt den Weg nach Willingshausen. Das knüpft zwar nicht an den Erfolg der Knaus-Ausstellung an, aber Helmut Geißel, Vorsitzender der Vereinigung Malerstübchen, zeigt sich zufrieden, denn Anerkennung für eine Ausstellung macht sich aus seiner Sicht nicht nur an Zahlen fest: „Die Menschen, die kommen, sind schlichtweg begeistert.“ Das habe vermutlich mit Kindheitserinnerungen zu tun, ist er überzeugt, denn „viele, die mit Märchen aufwachsen, behalten sie bis ins Alter“.

Und in der Tat, beim Rundgang durch die Kunsthalle versinkt der Betrachter minutenlang in die filigranen Darstellungen der Münchener Bilderbögen aus dem 19. Jahrhundert, taucht ein in die Welt Ludwig Emil Grimms und ist fasziniert von den Bildern Otto Ubbelohdes, der aus der Sichtweise des Jugendstils seine Märchenillustrationen in hessische Landschaften und Gebäude verlegte. Ein „meisterlich“, bescheinigt Geißel der Radierung „Dornröschen“ von Egon Napoleon Neureuther.

Mit zeitgenössischen Künstlern wie Albert Schindehütte spannt die Ausstellung einen Bogen über 200 Jahre Märchenwelt. Cartoonisten wie Rudi Hurzlmeier runden humorvoll die Buntheit dieser Ausstellung ab. Hurzlmeier habe eigens für die Willingshäuser Ausstellung einen dritten Cartoon gezeichnet, erzählt Geißel.

Man habe ihm angedeutet, dass zwei vielleicht doch zu wenig seien. Der Künstler Werner Schinko zählte in der DDR zu den bedeutendsten Buchillustratoren. Der 84-Jährige freue sich nun, dass seine Werke in Deutschlands ältester Künstlerkolonie derartigen Anklang finden, sagt Geißel.

Lithografien, Handzeichnungen, Blätter mit Text und Bild, Porträts von Zeitgenossen der Grimms, aber auch eine Auswahl alter Märchenbände - die Vielfalt in der Kunsthalle in Willingshausen belegt eindrucksvoll die ungebrochene Faszination der Märchenwelt der Brüder Grimm.

Von Sylke Grede

Quelle: HNA

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