Neue Energiegenossenschaft Schwalm-Knüll: Mehr Wertschöpfung für die Region

Wind soll für alle wehen

Wasser, Wind, Sonne oder Holz: Die neue Genossenschaft beschäftigt sich künftig mit regenerativen Energieträgern. Mitglieder sind bereits Hans Kurt Bernhardt, Horst Kaisinger, Dr. Brigitte Buhse, Wilhelm Kröll, Ernst George und Werner Braun, am Treysaer Johannisbrunnen, von links. Foto: Rose

Schwalm. Die Energiewende ist in vollem Gange, und mit ihr strömen Projektentwickler in ländliche Gegenden, um Pläne für Windkraftanlagen vorzustellen. Dass dabei die Menschen in der Region häufig aber nicht miteinbezogen werden, dem will die neue Energiegenossenschaft Schwalm-Knüll entgegen treten. Vor einer knappen Woche wurde das Bürgerbeteiligungsmodell mit 80 Gründungsmitgliedern ins Leben gerufen. Die Idee kam von der VR-Bank Hessenland und dem Verein Naturkraft-Region mit Dr. Brigitte Buhse an der Spitze.

Die Genossenschaft wird sich mit der Planung, Finanzierung, Errichtung und dem Betrieb von Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energien beschäftigen. Den Vorstand bilden Horst Kaisinger aus Wasenberg, Hans Kurt Bernhardt aus Immichenhain und Ernst George aus Dittershausen. Weiterhin gibt es einen Aufsichtsrat, dem Bürgermeister der sich beteiligenden Kommunen sowie Vertreter aus Handwerk und Wirtschaft angehören. „Wir sind stolz, dass die Resonanz sofort riesig war“, erklärte Aufsichtsratsvorsitzender Werner Braun.

Ziel sei, die Chancen der Wertschöpfung bei der Nutzung erneuerbarer Energien in der Region zu halten und nicht an überregionale Investoren abfließen zu lassen. Die Projekte, die zunächst vorwiegend in den Bereichen Photovoltaik und Windkraft angedacht sind, sollen über Geschäftsanteile der Mitglieder und Darlehen finanziert werden. Ein Anteil kostet 100 Euro. Für das eingebrachte Geld erhalten die Mitglieder Kapitalerträge. Erwirtschaftet die Genossenschaft einen Mehrertrag, soll der Kindergärten oder Vereinen in den Kommunen als Spende zugute kommen.

Schwalmstadts Bürgermeister Wilhelm Kröll ist sich sicher, dass insbesondere die Akzeptanz von Windkraftanlagen steigt, wenn die Menschen einen unmittelbaren Nutzen haben: „Es sollen wenigstens die Leute profitieren, die die Anlagen auch vor der Nase haben“, erklärte der Rathauschef.

Flächen in der Prüfung

Mit der Genossenschaft schaffe man für die Region die Möglichkeit, zu jeder Zeit „Herr des Verfahrens“ zu bleiben. Derzeit werde geprüft, welche Flächen besonders gut für Windkraftanlagen geeignet sind, erklärte Kröll. Ergebnisse sind im Oktober zu erwarten.

Dabei verspreche die Genossenschaft keine Traumrenditen. „Ziel sind solide Renditen und ein sauberer Zins aus ökologischer Energieerzeugung“, sagte Braun. „Niemand sollte übereilt Pachtverträge mit überregionalen Investoren abschließen, bevor die Möglichkeiten regionaler Lösungen geprüft sind.“ Akzeptanz erreiche man nur dann, wenn viele etwas davon hätten, erklärte der Vorstandsvorsitzende. HINTERGRUND LINKS

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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