Bundeswehr beurteilt den Regionalplan Energie kritisch

Windkraft könnte Flugrouten der Bundeswehr stören

Schwalm-Eder. Im Landkreis muss man sich womöglich auf mehr Fluglärm einstellen.

Mit großer Aufmerksamkeit verfolgt man bei der Bundeswehr in Fritzlar und beim Luftfahrtamt der Bundeswehr die Entwicklung in Sachen Windenergie.

Man werde sich die genauen Beschlüsse des Regionalplans Energie ansehen, prüfen und dann über Folgen entscheiden, sagt Nils Kratzmann von der Flugsicherung in Fritzlar.

Wichtig für den Flugbetrieb sei, dass Tiefflugstrecken von Hindernissen freigehalten werden, andernfalls müsse man auch über die Verlegung der Routen nachdenken. Eine Folge könnte dann eine erhöhte Lärmbelästigung für die Bevölkerung sein, sagt er. Derzeit seien die Routen so ausgelegt, dass sie so wenig wie möglich über bewohntes Gebiet verlaufen. Das wolle man auch weiter so durchsetzen. „Doch irgendwann sind die Ausweichmöglichkeiten erschöpft“, so Kratzmann.

Auf 30 Flächen, die zusammen etwa 1850 Hektar ergeben, könnten im Landkreis Windkraftanlagen gebaut werden. Das geht aus dem Teilregionalplan Energie hervor, der am Montag vom Haupt- und Planungsausschuss der Regionalversammlung verabschiedet worden war (wir berichteten). Am 7. Oktober soll das Regionalparlament abschließend über die Pläne abstimmen. Die so genannten Vorrangflächen, die für Windkraft ausgewiesen werden sollen, seien noch einmal leicht um 45 Hektar reduziert worden, erklärte Landrat Winfried Becker.

Insgesamt sei die Fläche viel geringer ausgefallen als sie nach der Zielsetzung des Landes sein sollte. Mindestens zwei Prozent der Landkreisfläche hätten für die Windkraft reserviert werden müssen. Das wären eigentlich 3078 Hektar gewesen. Aus Gründen des Naturschutzes und weil die Windleistung nicht ausreicht, sei man darunter geblieben.

Quelle: HNA

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