Windkraft am Rödeser Berg - Fraunhofer-Institut IWES baut 200-Meter-Turm auf

Windkraft am Rödeser Berg: IWES baut Messmast auf

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Nichts bei Höhenangst: IWES-Projektleiter Doron Callies schaut einem Mitarbeiter zu, der - natürlich gesichert - im Messturm nach oben klettert.

Wolfhagen. Die Befürworter der Windkraftpläne im Wald haben lange warten müssen. Nun bewegt sich etwas. Der Windmessmast am Rödeser Berg zwischen Niederelsungen und Nothfelden wird aufgebaut. Auf über 40 Meter Höhe ist der Turm bereits angewachsen, insgesamt sollen es 200 Meter werden.

Bauteil für Bauteil wird montiert, am Ende der Arbeiten kommt in luftiger Höhe auch ein Hubschrauber zum Einsatz. Ende September, spätestens Anfang Oktober soll der Mast komplett stehen und in Betrieb gehen, sagt Projektleiter Doron Callies.

Windkraft am Rödeser Berg

Das Fraunhofer-Institut IWES in Kassel will mit der Messtechnik Windbedingungen in Mittelgebirgslagen erforschen. Ziel der Forscher sei es, mit Hilfe des Wolfhager Mastes eine neue Methode zur Bestimmung der Windbedingungen an Binnenlandstandorten zu entwickeln, die dann in ganz Deutschland und darüber hinaus angewandt werden könne, heißt es bei den IWES-Forschern. Die Messdaten aus dem Forschungsprojekt sollen auch den Stadtwerken Wolfhagen zur Verfügung gestellt werden, die am Rödeser Berg einen Bürgerwindpark planen.

Kritik an IWES

Der Geschäftsführer der Stadtwerke Wolfhagen, Martin Rühl, hatte das Institut kürzlich in der Stadtverordnetenversammlung kritisiert, weil sich der Aufbau des Messmastes erheblich verzögert hat. Es habe sich als Fehler herausgestellt, so Rühl, auf IWES zu setzen. Zwar habe man 100.000 Euro für den Messmast eingespart - IWES trägt die Kosten -, durch die Verzögerungen des Projektes muss aber auch mit einer geringeren Rendite gerechnet werden, weil die Vergütungssätze durch die Novellierung des Erneuerbaren-Energien-Gesetzkünftig sinken.

Die Bürgerinitiative „Keine Windkraft in unseren Wäldern“ hat vergeblich einen Baustopp für den Messmast gefordert, weil dort die seltene Wildkatze vorkomme, so der Biologe Horst Koenies. Koenies wiederholt noch einmal die Forderung, zumindest den Stopp so lange zu verfügen, bis „eindeutige Informationen über die Anzahl der dort lebenden Wildkatzen und die Funktion des Rödeser Berges als Vermehrungsstätte vorliegen“. Denn auch weitere, im Juli am Berg entdeckte Haare, stammten von der Wildkatze.

Quelle: HNA

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