Windkraftpläne am Rödeser Berg - Protest gegen Bestellung von vier Windrädern

Windkraftpläne am Rödeser Berg: Wolfhager Bürgerinitiative spricht von einer Farce

Wolfhagen. Die Bürgerinitiative „Keine Windräder in unseren Wäldern“ protestiert gegen die Bestellung von vier Windrädern bei der Firma Enercon durch die Stadtwerke Wolfhagen .

Warten auf den Windmess-Masten: Eine Baugrube auf dem Rödeser Berg zwischen Nothfelden und Niederelsungen.

Stadtwerke-Geschäftsführer Martin Rühl könne oder wolle nicht anders, als die „Wolfhager Bürger und politischen Gremien stets vor vollendete Tatsachen zu stellen“, heißt es in einer Mitteilung der Bürgerinitiative (BI). „Dürfen diese nur im Nachhinein die Entscheidungen der Stadtwerke abnicken?“, fragt Dr. Horst Koenies von der BI, der von einem seltsamen Demokratieverständnis spricht. Die Lippenbekenntnisse, die Bürger auf dem Weg zur energieeffizienten Stadt mitzunehmen, „werden zur Farce, wenn die Wolfhager immer wieder im Nachhinein erfahren, welche weitreichenden Entscheidungen wieder einmal getroffen wurden“.

Das Verhalten der Stadtwerke, in einem schwebenden Verfahren, ohne die Messergebnisse abzuwarten, einen Bauantrag zu stellen und einen Auftrag über 20 Millionen Euro zu erteilen, könne nur als „plumper Versuch gewertet werden, das Projekt um jeden Preis durchzuziehen“. Hiermit würden weitere Sachzwänge geschaffen, die eine „fundierte Prüfung des umstrittenen Vorhabens vereiteln sollen“. Koenies: „Informationen, unter welchen Voraussetzungen vom Vertrag zurück getreten werden kann, werden verschwiegen.“

Wie einseitig die Informationspolitik der Stadt sei, zeige auch, dass nur über Anlagen und Messturm berichtet werde. Offensichtlich spiele nur noch die Wirtschaftlichkeit eine Rolle, heißt es weiter. „Wird die Ablehnung des Standortes seitens der zuständigen Naturschutzbehörden einfach ignoriert?“, so Koenies.

Horst Koenies

Und der Biologe fragt weiter, ob von unabhängigen Fachinstituten naturschutzfachliche Erhebungen vorlägen, die die Vereinbarkeit des geplanten Eingriffes mit unseren Gesetzen belegen. Koenies: „Welche bedrohten Fledermäuse leben dort? Ist auszuschließen, dass auf dem Rödeser Berg die Wildkatze heimisch ist? Wann endlich werden die seit langem vorliegenden Naturschutz-Gutachten von der Stadt veröffentlicht?“

Auf HNA-Anfrage erklärt das zuständige Regierungspräsidium (RP) in Kassel, dass die naturschutzrechtliche Bewertung seitens der Oberen Naturschutzbehörde noch nicht abgeschlossen ist, so RP-Sprecher Michael Conrad.

Die Mitteilung der Stadtwerke beinhalte keinerlei „entscheidungsrelevante Informationen“, so die BI, die fordert, im „Interesse aller Wolfhager Bürger“ über den aktuellen Sachstand informiert zu werden. Die BI werde ihren Kampf für landschafts- und naturverträgliche Energieplanung unvermindert fortsetzen, so Koenies abschließend. (awe)

Quelle: HNA

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